Brutzelzone Rheinufer: Buvetten wollen nichts von Grillzwang wissen
Aktualisiert

Brutzelzone RheinuferBuvetten wollen nichts von Grillzwang wissen

Das Ansinnen der Basler Verwaltung, die Betriebsbewilligung für Buvetten an den Betrieb einer öffentlichen Grillstation zu knüpfen, stösst bei diesen auf taube Ohren.

von
Lukas Hausendorf

Wie 20 Minuten am Donnerstag publik machte, überlegt sich die Allmendverwaltung, die Betriebsbewilligung für Buvetten künftig an den Betrieb einer öffentlichen Grillstation zu knüpfen. Von den Verpflegungsstätten am Kleinbasler Rheinufer stellt bislang nur die Oetlinger Buvette der Öffentlichkeit einen Elektrogrill zur Verfügung.

Das Ansinnen der Verwaltung, jetzt auch die anderen in die Pflicht zu nehmen, kommt bei den Betroffenen gar nicht gut an. Vom Grillzwang halten sie gar nichts. «Wir haben keine Zeit, uns darum zu kümmern», sagt Jerôme Beurret, Wirt der Rhyschänzli Buvette bei der Kaserne. Hinzu kämen die Anschaffungs- und Unterhaltskosten. Bei letzteren sei vor allem die Stromrechnung ein gewichtiger Faktor.

Ein öffentlicher Grill ist kein Geschäft

Was es heisst, einen öffentlichen Elektrogrill zu unterhalten, weiss man bei der Oetlinger Buvette. Diese verkauft zwar selbst Grillgut, das Geschäft läuft aber harzig. «Nur etwa fünfzehn Prozent der Ware, die auf unserem Grill landet, wird bei uns bezogen», so Geschäftsführerin Eva Baudenbacher. Der Rest sei Mitgebrachtes.

Hinzu kommt, dass der Betrieb eines frei benutzbaren Grills dem eigenen Geschäft schadet. «Wir würden uns damit selbst konkurrenzieren», sagt Philipp Geisinger von der Flora Buvette. Grundsätzlich findet er zwar Gefallen an der Idee, mehr öffentliche Elektrogrills aufzustellen - allerdings könne man dazu nicht die Buvetten verpflichten.

Grillieren wird zum Politikum

Hintergrund der Überlegungen bei der Allmendverwaltung sind die zunehmenden Probleme mit den Einweggrills. Diese sind geruchsintensiv und richten oft Schäden auf dem Untergrund an. So erhofft man sich mit mehr öffentlichen Grillstationen dem Problem Herr zu werden.

Dabei scheint die Stadt aber nicht gewillt, selbst in die Brutzelmeile zu investieren. Anschaffung und Unterhalt der Infrastruktur möchte man gerne an die Buvetten outsourcen. Ein Anzug von Tanja Soland (SP) im Grossen Rat forderte vergangenen Sommer die Regierung auf, die Einführung neuer Grillanlagen am Rheinufer zu prüfen. Diese beschied Soland aber, Anschaffung und Unterhalt der Geräte seien zu teuer.

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