Basel: BVB erzieht Fahrgäste mit Hilfe von Profi-Boxer
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BaselBVB erzieht Fahrgäste mit Hilfe von Profi-Boxer

Die Basler Verkehrsbetriebe wollen anständigere Gäste: Mit Videos werden Passagiere ermahnt, wie man sich in Bus und Tram verhalten sollte. Hauptakteure sind jeweils lokale Promis.

von
jd

Die BVB sensibilisiert mit Videos zu mehr Anstand in Bus und Tram. (Video: BVB)

Es sind simple Regeln, die es während Bus- und Tram-Fahrten einzuhalten gilt. Dennoch haperts im Alltag teilweise bei der Umsetzung. «Ein grösseres Problem ist, dass gerade in den Sondernutzflächen für Rollstühle und Kinderwagen oft nicht selbstverständlich Platz gemacht wird. Leider berichten uns dies auch immer wieder Betroffene im Rollstuhl», so Claudia Demel, Leiterin Public Affairs der Basler Verkehrsbetriebe (BVB). Um die Fahrgäste auf die Thematik zu sensibilisieren, flimmern zurzeit «Knigge»-Videos über die Screens in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Jedes Video schneidet jeweils eine spezifische Thematik an. «Die BVB plant aktuell sechs Videos, alle mit Prominenten», erläutert Demel. Unterstützt werden die Laien-Schauspieler von einer Horde Kinder. In einem der beiden Streifen, die bereits produziert wurden, spielt Profi-Boxer Arnold Gjergjaj einen respektlosen Rüpel, der von einem Mädchen eines besseren belehrt wird. Die Rolle war eine Premiere ausserhalb des Ringes. «Es war sein erster Werbeauftritt in einem Film», bestätigt sein Trainer Angelo Gallina.

«Cobra» macht Platz für Ältere

Obwohl die «Cobra» selten mit Bus und Tram unterwegs sei: «Anstand ist auf jeden Fall ein Thema. Das ist eine Frage des Respekts und der Kultur», so Gallina. «Bereits als junger Mann setzte er sich dafür ein, dass älteren Leuten Platz gemacht wird.» Während den Dreharbeiten habe er sich dann auch sogleich in die Herzen der Kinder gespielt. «Die Zusammenarbeit war innig und am Ende wurden Autogramme verteilt», erzählt Gallina.

Bei den «Knigge»-Videos handelt es sich um eine Low-Budget-Produktion. Laut BVB belaufen sich die Kosten auf 7000 Franken. Wie einem Bericht der Plattform barfi.ch zu entnehmen ist, werden künftig auch Tamara Wernli und -minu in den Clips zu sehen sein.

BVBär lebt noch

Der BVBär indes, der bis anhin auf Plakaten den Gästen die Anstandsregeln vermittelt hat, schlummert derweil friedlich vor sich hin. «Beerdigt wurde er nicht», stellt die BVB klar.

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