Baustelle Tramnetz: BVB stellen Basler Pendler auf die Geduldsprobe
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Baustelle TramnetzBVB stellen Basler Pendler auf die Geduldsprobe

Basler Pendlern steht ein nervenaufreibendes Jahr bevor: Die BVB müssen an neuralgischen Stellen Gleise ersetzen. Intern wird derweil die Sparschraube angezogen.

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stv
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Die Baustelle der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) am Aeschengraben. Im Rahmen der Erneuerung der Tramgleise bleibt dieser bis zum 21. Mai 2017 für den Tram- und z.T. auch fuer den Auto-Verkehr gesperrt.

Die Baustelle der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) am Aeschengraben. Im Rahmen der Erneuerung der Tramgleise bleibt dieser bis zum 21. Mai 2017 für den Tram- und z.T. auch fuer den Auto-Verkehr gesperrt.

Keystone/Georgios Kefalas
So soll die Greifengasse nach der Sanierung aussehen. Mit neuen Gleisen, breiteren Trottoirs und Wartehäuschen für Passagiere.

So soll die Greifengasse nach der Sanierung aussehen. Mit neuen Gleisen, breiteren Trottoirs und Wartehäuschen für Passagiere.

Basler Verkehrs-Betriebe
Im Jahr 2019 ist von der BVB auch am Centralbahnplatz eine Sanierung der Gleise geplant.

Im Jahr 2019 ist von der BVB auch am Centralbahnplatz eine Sanierung der Gleise geplant.

Keystone/Gaetan Bally

«Derzeit befinden sich einige Gleisabschnitte in einem alarmierenden Zustand», erklärte Paul Blumenthal, Präsident des Verwaltungsrates der BVB, am Montag. Die letzten Jahre machten die BVB vor allem mit internen Problemen Schlagzeilen. «Die Instandhaltung der Infrastruktur wurde mehrheitlich verpasst, nun muss einiges nachgeholt werden.» Pendler werden also auf eine mehrjährige Geduldsprobe gestellt.

Alleine dieses Jahr kommt es zu 16 Baustellen. Bis 2020 sollen alle roten Alarmlichter vom Streckennetz entfernt werden. Während den Bauarbeiten müssen mehrere Abschnitte vollständig gesperrt werden, was zu grossräumigen Umleitungen führt.

Sperrung der Greifengasse und Mittleren Brücke

Eine der grossen Baustellen des laufenden Jahres wird der Abschnitt Greifengasse/Mittlere Rheinbrücke sein. Um den Gleis- und Strassenbau möglichst effizient und rasch durchzuführen, werden laut dem Bau- und Verkehrsdepartement die Greifengasse und die Mittlere Brücke voraussichtlich vom 19. Juni bis 13. August 2017 für den ÖV wie auch den motorisierten Verkehr gesperrt sein. Velofahrer und Fussgänger werden die Brücke jedoch weiterhin überqueren können.

Im Spätsommer wird dann der Steinenberg stillgelegt, das Nadelöhr des Basler Tramnetzes. Vom 9. bis 27. September müssen infolge der Vollsperrung neun Tramlinien umgeleitet werden. Bis zur Schifflände verkehren nicht einmal Ersatzbusse. Dies sei aus platztechnischen Gründen nicht möglich, so die BVB. Mit rund 950 täglichen Durchfahrten pro Richtung gehört der Steinenberg zu den am stärksten beanspruchten Abschnitten auf dem Basler Tramliniennetz. Die Gleise seien in einem alarmierenden Zustand.

43 Millionen Franken für neue Gleise

Der Investitionsstau der letzten Jahre lässt die Ausgaben für die Infrastruktur beim Staatsbetrieb explodieren. Im laufenden Jahr

werden allein für die Erneuerung der Infrastruktur 43 Millionen Franken budgetiert. «Auch in den folgenden Jahren sind zwischen 30 und 40 Millionen für die Infrastruktur vorgesehen», sagt BVB-Direktor Erich Lagler. 2018 müssen Abschnitte der Güterstrasse erneuert werden, 2019 folgt dann der Centralbahnplatz.

Intern wird die Sparschraube angezogen

Der BVB steht indes auch eine finanzielle Rosskur an. Bis 2020 sollen die Ausgaben um 20 Prozent oder 20 Millionen Franken reduziert werden. Das Thema sorgt derzeit bei der Basis für schlechte Stimmung und rote Gewerkschafter-Köpfe. Zumal die Basler Regierung dem staatseigenen Betrieb ein Sparziel von nur fünf Millionen vorgegeben hat. Die Kosten konnten schon im letzten Jahr um eine Million gesenkt werden, wie am Montag bekannt wurde. Der Personalbestand sank um 41,5 Vollstellen. Weitere Reduktionen sind geplant. «Es wird aber keine Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen geben», versicherte Blumenthal.

Die BVB erwirtschafteten 2016 bei einem Gesamtumsatz von 216 Millionen Franken einen kleinen Überschuss von 300'000 Franken.

Auf der Interaktiven Karte finden Sie alle Baustellen des laufenden Jahres im Überblick. (Karte: Google/20 Minuten)

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