Aktualisiert 14.04.2010 00:32

Knallharter KundenfangCablecom abgewiesen - im Spital gelandet

In Basel gerieten sich ein Senior und zwei Cablecom-Vertreter in die Haare, da der Mann die Kundenfänger nicht in seine Wohnung lassen wollte. Die Mitarbeiter sind inzwischen suspendiert worden.

von
am/amc

Samstagnachmittag kurz vor 16.30 Uhr in Basel: An der Wohnungstür eines 69-Jährigen klingelt es. Vor der Türe stehen ein 24-jähriger Mann und eine 25-jährige Frau. Sie geben an, von der Firma Cablecom zu sein und verlangen Einlass, «weil sie etwas kontrollieren müssten», wie die Polizei Basel mitteilt.

Danach eskaliert die Situation: Laut Polizeicommuniqué versetzt der von der Cablecom beauftragte Mitarbeiter dem Mann einen Stoss, worauf das Opfer rückwärts umfällt und sich dabei an Kopf und an einem Bein verletzt. Der 69-Jährige muss ambulant verarztet werden. Die Cablecom-Leute flüchten und können trotz Fahndung erst nicht gefasst werden. Mittlerweile konnte die Polizei das die beiden Vertreter eruieren.

Wie es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft heisst, handelt es sich bei den beiden Personen um zwei Mitarbeiter von Ranger Marketing, die für die Cablecom auf «Kundenakquisition» geht.

Vertreter statt Einbrecher

Marcus Rakete, Leiter Qualitätsmanagement der Firma Ranger, schildert gegenüber 20 Minuten Online die Version seiner Mitarbeiter: Die Vertreterin habe bei dem Mann geklingelt. Da in der Umgebung zuvor verschiedentlich eingebrochen worden sei, habe dieser angenommen, es handle sich bei den Vertretern um Einbrecher. «Darauf ist der Mann aggressiv geworden, hat die Mitarbeiterin am Kragen gepackt und an die Wand gedrückt.» Als der Kollege den Vorfall bemerkt habe, sei er herbeigeeilt. «Zu unserem grossen Bedauern hat der Mitarbeiter den Mann geschubst, worauf dieser umgefallen ist», sagt Rakete. Die beiden Mitarbeiter hätten den Vorfall danach bei ihren Vorgesetzten gemeldet. Sie seien inzwischen supendiert worden.

Cablecom will sich entschuldigen

Die Cablecom sucht das Gespräch mit der externen Firma und den involvierten Mitarbeitern, heisst es in einer Stellungnahme der Cablecom an 20 Minuten Online. Zu möglichen Konsequenzen für die Mitarbeiter will sich Cablecom nicht äussern. Die Geschäftsleitung der Cablecom werde sich beim Kunden persönlich entschuldigen.

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