Aktualisiert 11.07.2014 12:10

Happige Rechnungen

Cablecom bittet auch Nicht-Kunden zur Kasse

Schweizer erhalten Rechnungen von UPC Cablecom, auch wenn sie gar kein Angebot des Kabelnetzbetreibers nutzen. Zahlen sie diese, binden sie sich für mindestens ein Jahr und blechen weiter.

von
pat
Sogar Kinder erhielten von Cablecom Rechnungen.

Sogar Kinder erhielten von Cablecom Rechnungen.

Das Schweizer Telekommunikationsunternehmen UPC Cablecom verschickt falsche Rechnungen mit zum Teil ärgerlichen Konsequenzen. So stellte das Unternehmen etwa Karl Maron aus Schwarzenburg BE eine Rechnung von 623 Franken für 20 Monate Kabelanschluss. Das Problem: Karl Maron ist gar kein Cablecom-Kunde.

Er nutze ein Angebot des Konkurrenten Swisscom, wie er gegenüber «Espresso» sagt. Maron ist mit dem Problem nicht allein. Er ist verärgert: «Was uns stört, ist der ultimative Charakter des Rechnungsschreibens. Wir sind aufgefordert, UPC Cablecom zu kontaktieren, sollten wir keine Kunden sein.»

Auch Kinder erhielten Rechnungen von Cablecom

Es kommt noch schräger: Auch die Nachbarin Irène Maurer hat unerwartet Post vom Kabelnetzbetreiber erhalten, adressiert an ihre minderjährige Tochter. «Bei dieser Firma möchte ich nicht Kundin werden», sagt sie gegenüber dem Radio-Magazin.

«Ein Fehler», heisst es bei Cablecom. «Es kann ab und zu passieren», dass auch Nicht-Kunden Rechnungen erhalten, sagt Mediensprecher Andreas Werz gegenüber «20 Minuten». Das sei jedoch keine Absicht. Das Unternehmen rechne die Grundanschlussgebühren fast immer mit den Liegenschaftsverwaltungen ab, die dann die Gebühren mit den Mietern über die Nebenkosten abrechnen. Zieht ein Neumieter ein, erhält er von Cablecom Informationen zum Grundanschluss, wie Werz betont.

Wird eine falsche Rechnung bezahlt, muss der Kunde weiter blechen

«Mit fiesen Bereicherungstricks hat dieses Vorgehen nichts zu tun», zitiert ihn «Espresso». Sei eine Liegenschaft am Netz von Cablecom angeschlossen, gehe man davon aus, dass der Anschluss tatsächlich genutzt werde.

Besonders ärgerlich: Wer eine solche falsche Rechnung bezahlt, verpflichtet sich für mindestens ein Jahr und muss weitere Rechnungen bezahlen. Cablecom kennt kein Pardon: «Der Kundendienst beharrte auf dem angeblich zu Stande gekommenen Vertrag», sagt eine betroffene Kundin gegenüber «Espresso». Erst nachdem sich «Espresso» eingeschaltet hat, zeigt sich Cablecom kulant und gibt der Kundin das einbezahlte Geld zurück. «Der Vorfall tut uns sehr leid», so Werz.

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