Timm: Cablecom schaltet Sender für Schwule auf
Aktualisiert

TimmCablecom schaltet Sender für Schwule auf

Schweizer Schwule haben dank Cablecom
seit dem 1. November ihren eigenen Fernsehsender: Timm. Nackte Tatsachen gibts dort allerdings nicht zu sehen. Bei der christlichen EVP stösst der Entscheid trotzdem auf Unverständnis.

von
Deborah Rast

«Die Nachfrage nach einem solchen Sender ist überdurchschnittlich gross ge­wesen», erklärt Cablecom-Sprecher Hugo Wyler den Entscheid, den ­Sender ins digitale Grundangebot aufzunehmen. Wer eine Set-Top-Box besitzt, kann sich auf dem Sender mehrheitlich fröhliche Unterhaltung mit schwuler Note anschauen. Das ist der grösste Teil der 321 000 Haushalte, die digitales Fernsehen über Cablecom beziehen.

Auf Timm, dem Sender für Gays and Friends, werden US-Serien wie «Queer as Folk», Spielfilme, Talksendungen und Dokus, etwa zum Thema ­Homosexualität im Alter, ausgestrahlt. Erotische Sendungen hingegen gibt es keine. Bei der Schwulenorganisation Pink Cross ist man vom Entscheid der Cablecom begeistert. Moël ­Volken, Geschäftsleiter: «Ein Sender nur für Schwule be­deutet, dass wir auch als Käufersegment ernst genommen werden. Platziert eine Firma Werbung auf dem Sender, trägt sie ihren Teil zur Inte­gration der Schwulen in die Gesellschaft bei.»

Weniger begeistert ist EVP-Präsident Heiner Studer: «Ich finde es schade, dass der Sender im digitalen Grundangebot ist. Cablecom hätte anderen Sendern Priorität geben sollen.»

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