Nur noch digital: Cablecom verabschiedet sich vom analogen TV
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Nur noch digitalCablecom verabschiedet sich vom analogen TV

Das digitale Fernsehen in der Schweiz hat sich durchgesetzt: Im Juni reduziert UPC Cablecom erneut das analoge TV-Angebot, im nächsten Jahr soll es ganz abgeschaltet werden.

von
tob
Ade analog: 2015 soll das Angebot von UPC Cablecom nur noch digital empfangbar sein.

Ade analog: 2015 soll das Angebot von UPC Cablecom nur noch digital empfangbar sein.

«Das analoge TV ist überflüssig geworden», sagte Andreas Werz, Mediensprecher der UPC Cablecom, am Freitag. Inzwischen könnten alle Haushalte ohne Mehrkosten vom digitalen TV mit zusätzlichen Sendern und Kanälen in besserer Ton- und Bildqualität profitieren. Darum hat sich der Anbieter entschlossen, bis 2015 das analoge Programm einzustellen.

Die Umstellung von analog auf digital soll in zwei Schritten erfolgen: Am 3. Juni wird das analoge Programm in der Deutschschweiz und in Teilen der Westschweiz ein letztes Mal reduziert. Von den bisher 25 analogen Sendern bleiben dann noch 17 der meistgeschauten übrig. «Gleichzeitig wird das digitale Angebot auf mehr als 65 Kanäle ausgebaut, 36 davon in garantierter HD-Qualität», sagt Werz. Der Kabelanschluss umfasst ausserdem ein kostenloses Internet-Abo mit 2 Mbit/s. Der Preis von 29.05 im Monat bleibt bestehen.

Vor allem ältere schauen analog

Im nächsten Jahr will die UPC Cablecom den Schritt zur vollständigen Digitalisierung vollziehen. «An welchem Datum dies geschieht, können wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen», so Werz. Einige Schweizer Kabelnetzanbieter verzichten allerdings bereits heute auf die analoge Verbreitung des Signals. Mit einer umfassenden Kommunikationskampagne will die UPC Cablecom über die geplante Umstellung informieren.

«Wir vermuten, dass die Kunden, die heute noch analoges TV schauen, vor allem ältere Leute sind», sagt Werz. Deshalb geht die Cablecom eine Partnerschaft mit der Stiftung Pro Senectute ein. Speziell angeschrieben werden laut Werz auch Liegenschaftsbesitzer, Gemeinden, Altersheime, Spitäler und Hotels. Zudem wurde eine Info-Website eingerichtet.

Wer heute noch analoges TV nutzt, kann dort herausfinden, ob sein Fernsehgerät überhaupt das digitale Signal verarbeiten kann. «Möglich ist dies mit den meisten zeitgemässen TVs, die über einen integrierten DVB-C-Empfänger verfügen. Eine spezielle Settop-Box ist nicht nötig», sagt Werz. Doch auch Kunden mit älteren Fernsehgeräten gucken nicht in die Röhre: Sie erhalten einen Umwandler, mit dem die ganze Senderpalette empfangen werden kann. «Dabei handelt es sich um eine kostenlose Leihgabe. Das Angebot ist beschränkt auf ein Gerät pro Haushalt», sagt Werz. Der Umwandler sei auch für ältere Menschen einfach zu bedienen, verspricht das Unternehmen.

Kaum noch Röhren-TV

Die UPC Cablecom hat mehr als 1,4 Millionen Kunden. Laut dem Schweizerischen Wirtschaftsverband der Informations- Kommunikations- und Organisationstechnik (Swico) haben 88 Prozent der Haushalte in der Schweiz mindestens einen Flachbildschirm-TV. Dies entspricht rund 1,23 Millionen im Anschlussgebiet der UPC Cablecom. Lediglich acht Prozent der Haushalte, geschätzte 120'000 Kunden besitzen noch einen Röhrenfernseher. Rund vier Prozent der Haushalte hat gar kein TV-Gerät.

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