Strafgericht Basel: Cablecom-Vertreter schlug Rentner
Aktualisiert

Strafgericht BaselCablecom-Vertreter schlug Rentner

Ein Vertreter der Cablecom hatte einen Kunden in einen Türrahmen geschupst. Der Rentner brach sich beim Vorfall den Oberschenkelknochen. Vor Gericht bestritt der Vertreter die Tat – vergebens.

von
Denise Dollinger

An einem Samstag im April 2009 stand bei der Familie Stein* eine Cablecom-Vertreterin vor der Wohnungstüre und gab gegenüber Frau Stein an, dass eine Leitung aufgeschaltet werden müsse. Frau Stein rief ihren Mann. Dieser forderte die Angeklagte Tanja D.* (26) mehrmals auf, sich auszuweisen, was diese nicht tat. Es kam zu einem Wortgefecht, als plötzlich Tanjas Kollege Pierre S.* hinter Klaus Stein stand. Der 187-cm-Hüne schubste den 168 cm kleinen Stein dann so stark, dass dieser den Kopf am Türrahmen anstiess. Der 69-Jährige stürzte auf den Steinboden, zog sich eine Platzwunde am Kopf zu und brach den linken Oberschenkelknochen. «Ich habe noch immer Schmerzen und bin gehandicapt», so Stein.

Die Angeklagten bestritten den Tathergang. «Ich verstehe nicht, warum wir angeklagt sind – der Mann hat mich angegriffen», so Tanja, der versuchte Nötigung vorgeworfen wurde. Darum sei Pierre zur Hilfe geeilt. «Herr Stein drückte Tanja an die Wand, ich musste einfach einschreiten», so der 24-Jährige, der wegen einfacher Körperverletzung angeklagt war. Während Tanja freigesprochen wurde, verurteilte das Gericht Pierre zu 10 Monaten Haft und einer Geldstrafe von rund 10 000 Franken.

Laut dem Gerichtspräsidenten gingen bei der Staatsanwaltschaft nach Bekanntwerden des Falls viele Reaktionen wegen aggressiver Cablecom-Vertreter ein. Die zwei Mitarbeiter einer externen Firma, die für Cablecom arbeitete, wurden sofort suspendiert. «Ab Herbst akquirieren nur noch interne Mitarbeiter», so Pressesprecher Marc Maurer. Für den Vorfall entschuldige sich die Firma.

*Namen geändert

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