Cablecom will auf der letzten Meile geschäften
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Cablecom will auf der letzten Meile geschäften

Auch die Cablecom will von der Entbündelung der «letzten Meile» von der Telefonzentrale zum Hausanschluss profitieren, auf der bisher die Swisscom das Monopol hatte. Entsprechende Verträge mit der Swisscom seien unterzeichnet.

Allerdings ist man sich in den monatelangen Verhandlungen noch nicht völlig einig geworden. Es gebe Punkte, bei denen die Meinungen auseinandergingen, sagte Cablecom-Sprecher Hans-Peter Nehmer am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Darum habe die Cablecom jetzt ein Verfahren bei der Eidg. Kommunikationskommission (ComCom) eingeleitet.

Bei welchen Punkten man keinen Konsens gefunden habe, wollte Nehmer nicht sagen. Bei der ComCom sei die Klage noch nicht eingetroffen, sagte ComCom-Sekretär Peter Bär.

Die Cablecom will das Swisscom-Netz mitbenutzen, um ihren Zugang zu kleinen und mittleren Geschäftskunden (KMU) erweitern. Die Kabelnetzbetreiberin möchte dazu Zugang zu rund 220 Telefonzentralen der Swisscom erhalten, wie Cablecom-Chef Rudolf Fischer vor kurzem im Gespräch mit der SDA gesagt hatte.

Derzeit stehen vor allem Grossunternehmen auf der Geschäftskundenliste von Cablecom. Es dürfte aber frühestens Herbst werden, bis die Cablecom über die Swisscom-Leitungen den KMUs eigene entbündelte Angebote lancieren kann, wie Fischer sagte. An Investitionen dürfte die Entbündelung einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Verhandlungen laufen noch

Die Swisscom hatte ihr Monopol auf der letzten Meile am 1. April verloren, als das neue Fermeldegesetz in Kraft trat. Seither hatten die Konkurrenten drei Monate Zeit, um über die Bedingungen für die Mitbenutzung des Swisscom-Kupfernetzes zu verhandeln. Sollten sie sich nicht einig werden, konnten sie ab Juli Klage gegen die Ex- Monopolistin bei der ComCom einreichen.

Bis Anfang Juni hatte die Swisscom laut dem damaligen Festnetz- und heutigen Finanzchef Ueli Dietiker mit sieben Konkurrenten Verträge abgeschlossen. Mit einigen sei man noch in Verhandlung, hatte Dietiker gesagt.

Dies betrifft auch den zweitgrössten Telekomkonzern der Schweiz, Sunrise. «Die Verhandlungen laufen noch», sagte Sunrise-Sprecherin Sevgi Gezici. Allerdings sei absehbar, dass man sich beim Preis nicht einig werde.

Kritik

Die Swisscom verlangt von ihren Konkurrenten 31 Fr. für den Zugang zu einem Hausanschluss. Dies hatte zu einem Aufschrei der anderen Telekomanbieter geführt, die ihn als massiv zu hoch kritisierten. Um Privatkunden zu erreichen, seien die 31 Fr. jenseits von Gut und Böse.

Bislang sind bei der Regulatorin zwei Klagen wegen der Entbündelung hängig, sagte der ComCom-Sekretär. Die eine betreffe den Preis, die andere die Zugangsbedingungen für die Telefonzentralen.

Dass der Preis bei Cablecom ein Grund zur Klage war, ist allerdings weniger wahrscheinlich. Denn der Kabelnetzbetreiber kann sich die lukrativen Geschäftskunden herauspicken. (sda)

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