Bande vor Gericht: Cabrio-Schlitzer verteilte DNA seiner Sex-Partnerin
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Bande vor GerichtCabrio-Schlitzer verteilte DNA seiner Sex-Partnerin

2000 Autos brachen sie auf: Täter einer «nie da gewesenen Aufbruchserie» standen in Zug vor Gericht. Ein 19-Jähriger wurde verurteilt, seine Freundin freigesprochen.

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Ein heute 19-Jähriger und seine Freundin (19) mussten sich vor dem Zuger Strafgericht verantworten. Dies, weil sie gegen 2000 Autos aufgebrochen und beschädigt haben sollen. 17'500 mal blieb es beim Versuch.

Ein heute 19-Jähriger und seine Freundin (19) mussten sich vor dem Zuger Strafgericht verantworten. Dies, weil sie gegen 2000 Autos aufgebrochen und beschädigt haben sollen. 17'500 mal blieb es beim Versuch.

Keystone/urs Flueeler
Die Jugendbande hatte zwischen Januar 2016 und September 2017 diverse Dächer von Cabriolets aufgeschlitzt. Bild der Zuger Polizei vom September 2016.

Die Jugendbande hatte zwischen Januar 2016 und September 2017 diverse Dächer von Cabriolets aufgeschlitzt. Bild der Zuger Polizei vom September 2016.

Zuger Polizei
Zudem sollen sie diverse Gegenstände im Wert von 100'000 Franken gestohlen haben. Der Sachschaden beträgt 200'000 Franken. Bild der Zuger Polizei vom September 2016.

Zudem sollen sie diverse Gegenstände im Wert von 100'000 Franken gestohlen haben. Der Sachschaden beträgt 200'000 Franken. Bild der Zuger Polizei vom September 2016.

Zuger Polizei

2000 Autos hat eine Jugendbande aufgebrochen und Wertsachen daraus gestohlen. Viele davon waren Cabriolets, bei denen die Bande die Stoffverdecke aufschnitt. Bei 17'500 Autos blieb es beim Versuch.

Der 19-jährige Haupttäter der Bande wurde am Montag zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Im Strafmass eingerechnet ist auch eine nun widerrufene bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Denn: Der Verurteilte war bereits vorbestraft. Zudem wird der Kosovare mit einem fünfjährigen Landesverweis bestraft. «Wir haben geprüft, ob es sich hier um einen Härtefall handeln könnte. Doch der Beschuldigte erfüllt mehrere Integrationskriterien nicht», sagte der Richter gemäss Zentralplus. Dies unter anderem, weil er wiederholt straffällig geworden war.

Diebstähle waren «eine Art Nebenjob»

Alleine wegen Hausfriedensbruchs wurde der 19-Jährige in 63 Fällen schuldig gesprochen. Verurteilt wurde er aber auch wegen Raubes, Nötigung und banden- und gewerbsmässigen Diebstahls. Es handle sich um ein «schweres Verschulden». Durch die Diebstähle hätte der Verurteilte gegen 20'000 Franken erbeutet. «Dies macht rund 500 Franken pro Monat. Für Sie war es also eine Art Nebenjob», sagte der Richter.

Gleichzeitig mit dem Haupttäter musste sich vergangene Woche auch dessen Freundin (19) vor dem Strafgericht wegen Sachbeschädigung und bandenmässigen Diebstahls verantworten. Denn: An mehreren Tatorten wurden DNA-Spuren der Frau sichergestellt.

Die Frau hatte argumentiert, dass man ihre DNA gefunden hatte, da sie zuvor mit ihrem Freund «intim gewesen war». Das Strafgericht sprach sie denn auch frei. Denn: Gutachten zeigten, dass ihre DNA durch einen DNA-Übertrag an die Tatorte gelangt sein könnte. Zudem wurde sie von keinem der Mittäter belastet.

Ob das Urteil weitergezogen wird, ist noch unklar. Es ist noch nicht rechtskräftig.

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