Calderon gewann Chaos-Wahl bei Real Madrid
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Calderon gewann Chaos-Wahl bei Real Madrid

Nach einer unsäglichen Wahlposse darf sich Ramon Calderon Präsident des spanischen Rekordmeisters Real Madrid nennen. Der 55-jährige Anwalt wurde am Montagnachmittag zum neuen Vereinsboss ernannt.

Ein aus Anwälten zusammengesetztes Wahlkollegium musste gestern vorerst die Rechtmässigkeit von Calderons Wahl bestätigen, nachdem Juan Miguel Villar-Mir, einer der vier Kandidaten, die Calderon in der Abstimmung am späten Sonntagabend unterlegen waren, die Wahl angezweifelt hatte. Nach Meinung des ehemaligen Wirtschaftsministers hätten die per einstweiliger Verfügung aus dem Verkehr gezogenen Briefwahlstimmen zum Ergebnis hinzugezählt werden sollen. Das Kollegium lehnte dieses Anliegen jedoch ab.

«Wir haben diesen Entscheid zum Wohle des Klubs getroffen und wollten vermeiden, dass Real Madrid führungslos bleibt», sagte der Sprecher der Gruppe, Ernesto Toth. Calderon sollte die Amtsgeschäfte gestern um 19 Uhr aufnehmen. Er hatte mit 8344 Stimmen vor Geschäftsmann Juan Palacios (8098), Bauunternehmer Mir (6702), dem Ex-Präsidenten Lorenzo Sanz (2377) und Anwalt Arturo Baldasano (1581) die Nase vorne. Den Sieg hatte er auch der Tatsache zu verdanken, dass die per Post eingegangenen Stimmen nicht gewertet wurden.

Vom Hick-Hack um die Wahl unbeeindruckt, forcierte Calderon schon die Zukunftsplanungen bei Real. Gemäss einem Bericht der Sportzeitung As ist Trainer-Wunschkandidat Fabio Capello am Montag in Madrid eingetroffen, wo er nach Gesprächen mit dem neuen Sportdirektor Predrag Mijatovic einen Zweijahresvertrag plus Option auf eine weitere Saison unterschreiben soll. Dem Zweitplatzierten Palacios bot Calderon zudem die Vize-Präsidentschaft an, was dieser jedoch ablehnte.

Auch an der neuen Mannschaft wird fieberhaft gearbeitet. «Kaka wird zu Real Madrid kommen, auch wenn das keiner glauben mag», sagte Calderon über den Milan-Mittelfeldspieler. Calderon will Mijatovic und Capello insgesamt 100 Millionen Euro für elf Stars zur Verfügung stellen. Auf der Liste sollen die Namen Arjen Robben von Chelsea und Cesc Fabregas sowie Jose Antonio Reyes von Arsenal ganz weit oben stehen. Zudem buhlt Real angeblich um Emerson, Gianluca Zambrotta (Juventus Turin), Cristiano Ronaldo (Manchester United), Mahamadou Diarra, Eric Abidal (Olympique Lyon), Andres Iniesta (FC Barcelona), Pablo Ibanez (Atletico Madrid) und Cristian Chivu (AS Roma). Real hat seit drei Jahren keinen Titel gewonnen. (si)

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