Gegen Zensur - «Call Russia» – Exil-Russen sollen ihre Landsleute über den Krieg informieren

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Gegen Zensur«Call Russia» – Exil-Russen sollen ihre Landsleute über den Krieg informieren

Alle Russinnen und Russen, die fern ihrer Heimat leben, sollen Landsleuten per Anruf erzählen, was in der Ukraine derzeit geschieht. Die Aktion soll Putins Propaganda entgegenwirken. 

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Die Aktion «Call Russia» ruft alle Russinnen und Russen im Ausland dazu auf, ihre Landsleute anzurufen. 

Die Aktion «Call Russia» ruft alle Russinnen und Russen im Ausland dazu auf, ihre Landsleute anzurufen. 

Urs Jaudas
Dabei sollen sie der Bevölkerung im Land berichten, was derzeit in der Ukraine geschieht. 

Dabei sollen sie der Bevölkerung im Land berichten, was derzeit in der Ukraine geschieht. 

REUTERS
Die Initianten hoffen, dass wenn sich viele beteiligen, Putins Propaganda überwunden werden könnte. 

Die Initianten hoffen, dass wenn sich viele beteiligen, Putins Propaganda überwunden werden könnte. 

AFP

Darum gehts 

  • Alle Russinnen und Russen, die im Ausland leben, sollen ihre Landsleute anrufen. 

  • So sollen diese darüber informiert werden, was in der Ukraine derzeit geschieht. 

  • Mit der Aktion «Call Russia» soll das neue Mediengesetz in Russland umgangen werden können. 

Mit einer Telefonaktion versucht eine Initiative aus Litauen, Menschen in Russland so weit wie möglich über den Krieg in der Ukraine zu informieren. Unter dem Motto «Call Russia» ruft sie die russische Diaspora in der ganzen Welt dazu auf, Landsleute in ihrem Heimatland anzurufen und mit Fakten über Russlands Invasion in die Ukraine zu versorgen. 

Die Masse kann etwas ausrichten 

Die Direktanrufe sollen die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin verhängte Medien- und Informationssperre in Russland umgehen, teilte die Initiative am Dienstag mit. Dafür habe sie eine Datenbank mit 40 Millionen russischen Telefonnummern geschaffen.

«Ein Gespräch kann Putins böse Propaganda nicht überwinden, aber 40 Millionen können es vielleicht. Russinnen und Russen, die die Macht der Wahrheit und Mitgefühl besitzen, sind die Einzigen, die gegen Putins Lügen aufstehen und diesen Krieg beenden können», wurde Paulius Senuta, einer der Köpfe hinter der Initiative, in einer Mitteilung zitiert. 

Verschärfte Gesetze umgehen

Russland hatte am Freitag mehrere Gesetze zur weiteren Einschränkung der freien Meinungsäusserung erlassen, die eine unabhängige Medienberichterstattung weiter beschneiden. Die russische Medienaufsicht blockierte zudem Facebook und Twitter.

«Wir hoffen, dass sich Tausende, Hunderttausende von Menschen beteiligen werden», sagte Senuta. Ein Zufallsgenerator weise jedem freiwilligen Anrufer auf der Website eine Telefonnummer zu. Auch gebe die Website psychologische Tipps, wie die Telefonate in nicht konfrontativer Weise geführt werden können. 

Ähnliche Aufrufe gibt es in Deutschland. Um die Beschränkungen von Medien und sozialen Netzwerken in Russland zu umgehen, rufen Aktivisten dazu auf, Informationen über den Ukraine-Krieg etwa auf der Dating-App Tinder oder dem Reiseportal Tripadvisor zu posten.  

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(DPA/pco)

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