Calmy-Rey besucht Erdbebengebiet in Pakistan
Aktualisiert

Calmy-Rey besucht Erdbebengebiet in Pakistan

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hat im pakistanischen Erdbebengebiet einen Augenschein genommen. In der schwer beschädigten Stadt Balakot sprach sie mit Behörden, Bewohnern und Partnern von Hilfswerken.

Im Kaghantal leistete das Schweizerische Korps für humanitäre Hilfe (SKH) im Oktober Nothilfe. Wie der Sprecher des Eidg. Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Lars Knuchel, am Freitag erklärte, konnte sich die Bundesrätin über die Fortschritte beim Wiederaufbau im pakistanischen Teil Kaschmirs infomieren.

Bis Ende Jahr hat die Schweiz über zwölf Millionen Franken an Nothilfe geleistet. Für den Wiederaufbau sind über 30 Millionen vorgesehen. Beim Erdbeben vom 8. Oktober 2005 kamen in Pakistan mehr als 75 000 Menschen ums Leben, in Indien starben mindestens 1300 Menschen. Rund 3,5 Millionen Pakistaner wurden obdachlos.

Besuch in Peshawar

Nach dem Kaschmir-Besuch reiste sie per Helikopter nach Peshawar in der Nordwestprovinz. Dort fand ein Treffen mit der Provinzregierung statt. Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit in dieser Gegend geht laut Knuchel auf eine lange Tradition zurück.

Die Provinz, die mehrheitliche von Pathanen bewohnt wird, konnte sich nach 1947 eine grosse Autonomie von Islamabad bewahren. Von dort führt die Strasse via Khyber-Pass in die afghanische Hauptstadt Kabul. Im Kampf gegen den Terrorismus gilt das Gebiet als «Frontstaat».

Treffen mit Musharraf geplant

Ausserhalb von Peshawar besuchte Calmy-Rey das Frauenprojekt «Women Law and Status Programme», das von der Schweiz unterstützt wird. Es zielt auf eine verbesserte Rechtslage für Frauen und die Förderung demokratischer Normen in der patriarchalen Gesellschaft der Region.

Am Samstag steht ein Höflichkeitsbesuch beim pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf auf dem Programm von Calmy-Rey. Zudem soll ein längeres Gespräch mit Aussenminister Mian Khurshid Mahmud Kasuri stattfinden.

(sda)

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