Aktualisiert 24.06.2004 09:31

Calmy-Rey besucht Flüchtlingslager in Darfur

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey besucht am (heutigen) Donnerstag und am Freitag Flüchtlingslager in der umkämpften Darfur-Region.

Sie will sich dabei ein Bild von der Lage machen und die dringendsten Bedürfnisse abklären.

Am Donnerstagmorgen traf sie den sudanesischen Minister für humanitäre Fragen, Ahmed Mahmud Hamid, wie Christian Meuwly, Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), am Donnerstag auf Anfrage erklärte.

Am Donnerstagnachmittag wollte Calmy-Rey nach El-Fasher im Norden Darfurs fliegen. Dort sind Treffen mit lokalen Behördenvertretern und humanitären Organisationen geplant. Die Reise soll helfen, die Hilfe für die Flüchtlinge besser abzustimmen, wie das EDA mitteilte.

Situation im Süd-Sudan

Am Samstag sind Gespräche mit der Regierung in Khartum vorgesehen. Dabei will Calmy-Rey den Darfur-Konflikt, die humanitäre Lage sowie den Friedensprozess im Süd-Sudan ansprechen, wie es weiter hiess. Calmy-Rey ist das erste Mitglied des Bundesrates, das in den Sudan reist.

In Darfur drohen Hunderttausende von Menschen zu verhungern, weil sie von arabischen Milizen mit Unterstützung der Regierung aus ihren Dörfern vertrieben wurden. Etwa eine Million Menschen sind laut UNO-Angaben in Darfur auf der Flucht, 200 000 flohen in den benachbarten Tschad. Mindestens 10 000 Menschen wurden getötet.

Millionen-Hilfe

Seit dem Beginn der Krise im Februar 2003 leistet die Schweiz in Darfur humanitäre Hilfe. Insgesamt wurden gemäss EDA-Angaben bislang 6,4 Millionen Franken dafür aufgewendet. Diese Hilfe soll dieses Jahr noch auf 10 Mio. Franken erhöht werden.

Die Gelder fliessen an Organisationen wie das Welternährungsprogramm der UNO (WFP), das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR), das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und Schweizer Hilfsorganisationen wie Medair, die als einzige bereits bei Ausbruch des Konflikts vor Ort waren.

(sda)

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