Nach Anschlag: Calmy-Rey besucht Trauerfamilien
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Nach AnschlagCalmy-Rey besucht Trauerfamilien

Die Bundespräsidentin hat bei einem Besuch den Angehörigen der Opfer des Attentats von Marrakesch ihre Anteilnahme ausgesprochen. Im Tessin wurde das dritte Schweizer Opfer beigesetzt.

Am Mittwoch ist im Tessin das dritte Schweizer Opfer des Bombenattentats von Marrakesch (Marokko) beerdigt worden. Mehrere hundert Menschen nahmen an der Trauerfeier für die 25- jährige Frau in Cadenazzo TI teil. Am Tag zuvor hatte Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey die Familien der Opfer besucht.

Calmy-Rey sprach den Angehörigen der drei Toten im Tessin persönlich ihre Anteilnahme aus. Zudem stattete sie der verletzten Tessinerin im Zürcher Spital einen Besuch ab, wie das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) informierte.

Der Zeremonie in der Kirche am Mittwoch wohnte der Generalsekretär des EDA bei. Der Kanton Tessin war durch die Staatsräte Laura Sadis, Marco Borradori und Paolo Beltraminelli vertreten. Die Messe hielt der Bischof von Lugano. Er verurteilte das Attentat als unmenschlichen Gewaltakt und warnte vor jeder Form des Fanatismus.

Die Feierlichkeit wurde anschliessend im Krematorium Riazzino fortgesetzt.

Opfer starb im Spital

Die 25-Jährige aus Cadenazzo war bei dem Anschlag in Marrakesch auf ein Touristen-Café schwer verletzt worden. Gemeinsam mit einer ebenfalls verletzten Freundin wurde sie zur Behandlung in ein Zürcher Spital gebracht. Dort verstarb sie jedoch am vergangenen Freitag.

Die Nachricht ihres Todes fiel zeitlich zusammen mit der Trauerfeier für ihren Tessiner Freund, der - wie ein weiterer gemeinsamer Freund - ebenfalls beim Anschlag ums Leben gekommen war. Sie hatten zu viert ihre Ferien in Marokko verbringen wollen. (sda)

Drei weitere Verdächtige festgenommen

Nach dem Bombenanschlag auf ein Café in Marrakesch sind in Marokko drei weitere Tatverdächtige festgenommen worden. Insgesamt sind nun sechs Personen in Untersuchungshaft, die mit dem Attentat vom 28. April in Verbindung stehen sollen. Die Verdächtigen seien in der Küstenstadt Safi festgenommen worden, aus der auch der Hauptverdächtige stamme, berichtete der Fernsehsender 2M.

Der Hauptverdächtigte, der zusammen mit zwei weiteren Marokkanern letzte Woche verhaftet worden war, sei ein Sympathisant von Al-Kaida, teilten die Behörden mit. Er habe aber keine direkten Kontakte zu der Terrororganisation unterhalten. (sda)

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