«Calmy-Rey hat die Glaubwürdigkeit der Schweiz verkauft»
Aktualisiert

«Calmy-Rey hat die Glaubwürdigkeit der Schweiz verkauft»

Der jüdische Weltkongress prangert die Schweiz an: Micheline Calmy-Rey habe die internationale Glaubwürdigkeit der Schweiz für fünf Milliarden Kubikmeter Gas an den Iran verkauft.

In die Kritik an der Schweizer Aussenpolitik und an Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hat nun auch der Jüdische Weltkongress (WJC) eingestimmt. WJC-Präsident Ronald Lauder wirft der Schweizer Aussenministerin in einem heute vom WJC-Büro in Brüssel veröffentlichten Artikel vor, die politische Glaubwürdigkeit der Schweiz für 5,5 Milliarden Kubikmeter iranisches Erdgas zu verhökern. Mit der Iran-Reise Calmy-Reys habe die Glaubwürdigkeit der Schweiz, als ernsthafter Mittler auf der internationalen Bühne aufzutreten, grossen Schaden genommen.

Lauder kritisierte im Artikel mit dem Titel «Das schäbige Geschäft der Schweiz mit dem Iran» zugleich die Unterstützung der Schweiz für die Wahl von Jean Ziegler als Berater des UNO-Menschenrechtsrats scharf. Ziegler sei ein selbst ernannter Kämpfer für die Menschenrechte, der in der Welt aber viel besser bekannt sei für seine ständige Parteinahme zu Gunsten von Diktatoren wie Robert Mugabe und Fidel Castro.

Lauder geht in seinem Beitrag auch auf die Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher im letzten Dezember ein und schreibt, dies habe zur Hoffnung Anlass gegeben, dass die Schweizer Politik ihr angeschlagenes Image verbessern und auf internationaler Ebene wieder eine wichtigere Rolle einnehmen könnte. Nun habe sich diese Hoffnung auf ganz andere Weise erfüllt, schreibt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses. (dapd)

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