Bundesfeier: Calmy-Rey sagt 1. August-Auftritt ab
Aktualisiert

BundesfeierCalmy-Rey sagt 1. August-Auftritt ab

In der Oberbaselbieter Gemeinde Zunzgen wird die Bundesfeier 2010 ohne Micheline Calmy-Rey begangen. Sie nimmt sich damit aus der regionalen Schusslinie.

Am 1. August-Fest in Zunzgen BL sollte Calmy-Rey reden, jetzt gibt es gar kein Fest.

Am 1. August-Fest in Zunzgen BL sollte Calmy-Rey reden, jetzt gibt es gar kein Fest.

Die Aussenministerin hat ihren Auftritt abgesagt, um Querelen zu vermeiden. Der Gemeinderat hatte sie eingeladen; gegen den Fest-Kredit gab es aber ein Referendum.

Die Zunzger Gemeindeversammlung hatte das Feier-Budget von 30 000 Franken mit 57 zu 44 Stimmen abgesegnet. Doch die Mehrheit der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission wollte den Posten nicht abnicken, bevor die Finanzierung klar ist, und ergriff das Referendum. Eilig bereitete die Gemeinde eine Abstimmung vor, damit die Zeit reicht.

Mit der vom «Beobachter» am Montag online publik gemachten Absage ist der ausserplanmässige Urnengang obsolet geworden. Die Magistratin schätze zwar den direkten Bürgerkontakt, lässt ihre Pressestelle ausrichten. Sie wolle jedoch vermeiden, dass ihre Teilnahme der Bevölkerung und den Behörden «allfällige Schwierigkeiten» machen.

Sie habe sich über die Einladung nach Zunzgen gefreut, lässt sich Calmy-Rey weiter zitieren. Doch eine Bundesfeier solle ja ein Anlass der Freude sein.

Ganz abgesagt

Dem Gemeinderat seinerseits ist das Feiern vergangen: Er sagte die Bundesfeier am Montag ganz ab. Neben «kommunalem Gegenwind» gab er in seinem Communiqué auch «stark polemisierenden Schlagzeilen» in regionalen Medien Schuld. Geplant gewesen wäre durchaus keine Megafete, sondern ein schlichtes, bodenständiges Fest.

Er habe wohl Fehler gemacht und «alles ein wenig unterschätzt», räumt der Gemeinderat weiter ein. Er verstehe den Entscheid der Magistratin und entschuldige sich bei ihr. Um die Wogen zu glätten, verzichte er nun auf weitere Medien-Stellungnahmen.

Mit der Ansage verbindet Calmy-Rey immerhin eine Einladung an den in den Regen gestellten Gemeinderat «zu einem gemütlichen Beisammensein in nächster Zeit im Bundeshaus West». Der Gemeinderat nimmt die Einladung erfreut, geehrt und dankend an.

(sda)

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