Aktualisiert 19.10.2006 07:41

Calmy-Rey wirft Blocher krasse Unkenntnis vor

Bundesrätin Calmy-Rey spricht Klartext in der Frage, ob Entwicklungshilfe für Afrika sinnvoll sei: Sie wirft ihrem Amtskollegen Blocher, der den Nutzen der Hilfe angezweifelt hatte, Unkenntnis in der Sache vor.

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey verteidigte im Interview mit Radio DRS die jährlich 400 Millionen Franken, mit denen die Schweiz den schwarzen Kontinent unterstützt. Damit gebe man den Menschen in der Heimat eine Zukunftschance und verhindere Emigration aus wirtschaftlichen Gründen. «Wenn sie keine Zukunft haben in ihrem Herkunftsland, dann kommen sie zu uns. Dann haben wir Flüchtlingsströme», erklärte die Bundesrätin.

Die Schweizer Entwicklungshilfe habe sich bewährt und verleihe unserem Land grosse internationale Glaubwürdigkeit. Die Schweiz sei für kostengünstige und effiziente Hilfsprogramme bekannt.

Calmy-Rey hält deshalb nichts von Christoph Blochers Ansatz, Afrika sich selber zu überlassen, da Entwicklungshilfe nutzlos sei: «Das ist gut investiertes Geld und wenn man sagt, man könnte Afrika allein lassen, zeigt das eine krasse Unkenntnis von der Sache.»

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