Zug: Camichel will sich nicht verstecken
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ZugCamichel will sich nicht verstecken

Viel schlafen, auswärts essen gehen, Spaziergänge und Golf spielen: So bestreitet Corsin Camichel (30) momentan seinen Alltag.

von
Marcel Allemann
Er ist trotz schwierigen Umständen guten Mutes: Corsin Camichel. Foto: key

Er ist trotz schwierigen Umständen guten Mutes: Corsin Camichel. Foto: key

Noch im Januar war Corsin Camichel ein topfitter Eishockey-Profi. Nun, nach dem fünften von sechs Chemotherapie-Zyklen, gerät der Stürmer des EV Zug sogar beim Treppensteigen leicht ausser Atem. Die intensive Therapie hat dem Engadiner zugesetzt – und das prägt auch den Alltag des üblicherweise energiegeladenen Sportlers. «Derzeit gibt es nicht viel Spannendes, mein Alltag ist ziemlich eintönig», erzählt Camichel. «Ich bin oft schlapp, stehe um 10 Uhr auf und bin um 11 bereits wieder müde.» Er sei meistens zuhause, daneben gehe er aber auch regelmässig spazieren und golfen und gelegentlich auswärts essen. Denn eines war Camichel von Anfang an wichtig: «Ich will mich nicht verstecken, sondern unter die Leute gehen.»

Eine wichtige Rolle nahm bei der ganzen Verarbeitung seiner Krankheit und Normalisierung des Lebens auch sein Verein, der EV Zug, ein. «Corsin war und ist stets einer von uns. Und als normaler Mensch und gewöhnlicher Mitspieler wurde er von den anderen auch behandelt», sagt Sportmanager Patrick Lengwiler. Die Spieler wurden von Teamarzt Dr. Beat Schwegler an einem Meeting genau über die Krankheit und Camichels gute Heilungschancen informiert. Entsprechend glücklich sind jetzt alle, nachdem der Lymphdrüsenkrebs besiegt zu sein scheint und die Bündner Frohnatur sich auf dem Weg zurück befindet.

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