Neuer Berlusconi-Skandal?: Campari-Model war auch ein Party-Girl

Aktualisiert

Neuer Berlusconi-Skandal?Campari-Model war auch ein Party-Girl

Mit Graziana Capone öffnet sich ein neues Kapitel in der Telenovela um Italiens Premierminister Silvio Berlusconi: Die 24-Jährige gibt zu, für 1000 Euro ebenfalls an den berüchtigten Partys in der Villa Certosa teilgenommen zu haben.

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«Ja, ich war auf den Partys von Berlusconi. Ich sehe nichts Schlechtes daran. Ich muss mich für gar nichts verteidigen. Dass ich auf den Festen gewesen bin, bedeutet doch gar nichts. Ich habe schon eine Karriere», sagt die 24-jährige Graziana Capone. Ihre Aussagen machte sie nicht in den Medien, sondern auf ihrem Facebook-Profil.

Capones nachdrückliche Rechtfertigung kommt nicht von ungefähr: Sie steht mitten in den Ermittlungen um den Unternehmer Gianpaolo Tarantini, der wegen Anstiftung zur Prostitution von der Staatsanwaltschaft genauer unter die Lupe genommen wird. Die 24-Jährige ist hauptberuflich als Anwältin in Bari tätig, arbeitet aber auch als Model - unter anderem für den Aperitiv-Hersteller Campari. Sie gibt zu, mit weiteren jungen Frauen für jeweils 1000 Euro an Partys, die Silvio Berlusconi in seiner Villa auf Sardinien veranstaltete, dabei gewesen zu sein.

Die italienische 'Angelina Jolie' hasst Drogen

Die rassige Italienerin, die in ihrer Heimat auch die «Angelina Jolie von Bari» genannt wird, äussert sich mit keinem Wort dazu, in welcher Beziehung sie zum Politiker steht. Sie kenne Tarantini, mehr wolle sie aber nicht sagen. «In dieser Affäre sind schon viele Sachen geschrieben und gesagt worden – und es sind alles Gemeinheiten. Ich finde das schrecklich.» Den ersten, den sie mit ihrer Aussage zu unterstützen versucht, ist den Staatschef selber: «Wieso begreift denn niemand, dass es sich um eine Montage von miserablen Männern und Frauen handelt! Das ist eine Schande! Mit allem, was er sich leisten könnte, wird sich der Präsident mit einem Callgirl von maximal 30 Euro zufrieden geben?», stellt sie die Frage auf ihrem Facebook-Konto – und meint damit offenbar Berlusconis «Bekanntschaft» Patrizia D'Addario.

Zum Thema Kokain, das auch im Mittelpunkt der Ermittlungen steht, schreibt die Italienerin: «Ich geniesse das Leben, hasse aber Drogen und mag keine Leute, die davon Gebrauch machen. Ich hatte die Möglichkeit, mit vielen wichtigen Menschen zu verkehren aber bei gewissen Dingen gebe ich nicht nach.»

Campari-Werbung mit Graziana Capone

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