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FamilienlebenCamping mit Kindern

Ferien auf dem Zeltplatz sind günstig - und machen Spass. Was für die Kleinen ein grosses Abenteuer, muss von den Grossen nur ein wenig vorbereitet werden.

von
Bianca Sellnow

Nicht alle Kinder mögen das Campen. Daher sollten Sie vor der grossen Reise im Garten oder auf einem nahe gelegenen Campingplatz üben. Schlagen Sie ein Wochenende lang die Zelte dort auf und beobachten Sie, wie Ihre Kinder mit der Situation zurechtkommen. Sollte der Nachwuchs in der Nacht doch lieber ins eigene Bett wechseln wollen, sind Sie bald wieder daheim. Allgemein gilt: Je jünger Kinder Erfahrungen auf dem Zeltplatz machen, umso schneller werden sie sich daran gewöhnen.

Die meisten Zeltplätze sind für ganz kleine Besucher eingerichtet und haben in ihren Waschräumen Wickeltische. Informieren Sie sich vor der Reise beim Campingplatz, wie familienfreundlich er ist, und welche Freizeitangebote es für Sie und für Kinder gibt. Vermeiden Sie – wie bei allen Reisen - eine lange Anfahrt, da diese für Babys und Kleinkinder sehr anstrengend ist.

Wohnwagen, Caravan oder Zelt

Zur Wahl des Campingplatzes stellt sich die Frage, wie Ihre Unterkunft beschaffen sein soll. In einem Wohnwagen oder auch einem Caravan gibt es mehr Komfort. Die Kinder können in Betten übernachten, und der Schlafraum lässt sich verdunkeln. Zudem gibt es in der Regel eine Kochgelegenheit, die das Erwärmen von Essen oder Schoppen erleichtert. Gegen die Witterungsverhältnisse sind Sie besser geschützt als im Zelt, und die Familie hat eigene Waschräume.

Der Nachteil an einem Wohnwagen oder Caravan ist, dass die Miete meist teurer ist als der Kauf einer kompletten Zeltausrüstung und auch der Stellplatz auf dem Campingplatz kostet mehr.

Ein Zelt ist dagegen leicht zu transportieren ist und muss auch nicht besonders teuer sein. Zwar müssen Sie dafür in der Regel auf einige Dinge verzichten, wie einen fest installierten Kühlschrank oder Herd. Aber für viele gehört das Gefühl von «zurück zur Natur» eben gerade zum campen. «Die Kinder lernen, auch mal ohne den Luxus wie Spülmaschine und Fernseher auszukommen» meint Verena S., Mutter von zwei Kindern und leidenschaftliche Camperin. «Unsere zwei Söhne waren anfangs zwar nicht so begeistert von der Idee. Aber nach ein paar Tagen hatten sie ihre Fernsehsendungen und die Videospiele schon so gut wie vergessen.» Das Zelt als Ferien-Wohnsitz hat noch einige weitere Defizite. Sie sind zum Beispiel ständig den Geräuschen und dem Lichtpegel des Campingplatzes ausgesetzt. Das kann für einen unruhigen Schlaf sorgen. Und wie gut die Isoliermatten auch sind: Ein Bett ist schwer zu ersetzen.

Schlafen

Für die Übernachtung brauchen Sie Schlafsäcke oder –decken sowie geeignete Unterlagen. Bei der Schlafunterlage haben Wohnwagen und Caravan einen klaren Vorteil, da sie bereits über bettähnliche Schlafgelegenheiten verfügen. Im Zelt können Sie auf eine Luftmatratze oder eine Isoliermatte zurückgreifen.

Ist ein Baby mit dabei, sollten Sie die Übernachtungsmöglichkeiten vorher testen. Einige Eltern schlafen mit dem Säugling in einem Bett. Das geht auch auf einer grossen Luftmatratze im Zelt oder im Bett des Wohnwagens oder Caravans. Bei anderen Familien klappt es besser, wenn das Baby in einem zusammenklappbaren Bettchen nächtigt oder in dem Korb eines Kinderwagens. Den Säugling zum Schlafen in eine Babywippe ist hingegen nicht sinnvoll, da diese auf Dauer den Rücken des Kindes schädigen kann.

Kleidung

Warme Kleidung ist sehr wichtig. Sie sollten nicht nur einen dicken Pulli mitnehmen. Wenn es mehrere Tage hintereinander regnet, trocknen die nassen Sachen nur langsam. Nehmen Sie genügend Ersatzkleider mit. Natürlich sollten T-Shirts und kurze Hosen nicht fehlen, denn gerade im Zelt wird es bei direkter Sonneneinstrahlung sehr warm.

Spielen

Erkundigen Sie sich nach einem Stellplatz, bei dem andere Familien in der Nähe sind. Kinder finden dadurch schnell neue Spielpartner. Die Aufsicht der Rasselbande können Sie sich nach Absprache vielleicht mit anderen Eltern teilen. Dadurch können die Kids zusammen losziehen, und Sie dürfen sich ab und zu mal eine kurze Pause gönnen.

Egal, ob Sie mit dem Wohnwagen, Caravan oder Zelt unterwegs sind: Sie sollten einige Reisespiele für die Kinder mitnehmen. Regnet es ein paar Tage hintereinander, langweilen die Kleinen sich sonst schnell. Da hilft es nichts, dass der Campingplatz besonders tolle Spielplätze hat oder an ein schönes Seebad angeschlossen ist. Nehmen Sie Brettspiele, Karten oder Würfel und einige Zeitschriften oder Bücher mit in die Ferien. Auch ein MP3-Player oder ein tragbarer DVD-Player können der Langeweile entgegenwirken. Passen Sie aber auf, denn Wertsachen sind in einem Zelt natürlich nicht geschützt. Auf den meisten Zeltplätzen gibt es allerdings Schliessfächer, in denen sie verstaut werden können.

Reiseapotheke

Sie sollten vor den Ferien auf dem Campingplatz eine kleine Reiseapotheke zusammenstellen. So müssen Sie bei kleinen Problemen am Urlaubsort nicht erst nach einer Apotheke zu suchen. Je nachdem, wo Sie hinfahren, gibt es im betreffenden Land oder in der Umgebung bestimmte Medikamente nicht. Sie müssen dann im schlimmsten Fall auf einen Wirkstoff ausweichen, den Sie nicht kennen.

Auf jeden Fall dabei haben sollten Sie Pflaster, Wundsalbe, ein Mittel gegen Insektenstiche, sowie etwas gegen Übelkeit und Durchfall. Desinfektionsmittel ist hilfreich, um Toiletten vor dem Benutzen zu reinigen. In allgemein genutzten Waschräumen besteht leider auch Fusspilzgefahr. Das Risiko können Sie am besten mit Badelatschen oder Flip-Flops verringern. Bereits vor den Ferien sollten Sie sich ausserdem über nötige Impfungen informieren. In einigen Gebieten ist zum Beispiel ein Schutz gegen Zecken angebracht. Im Koffer darf zudem auf keinen Fall die Sonnencreme fehlen, um schmerzhaften Sonnenbrand und Hautschäden zu vermeiden.

Wild campen

Der Vorteil des wilden Campens ist, dass Sie Ihre Ferienroute spontan gestalten können. In den meisten europäischen Ländern ist das Übernachten in freier Natur allerdings untersagt. Ausnahmen gibt es in Skandinavien, und auch in der Schweiz ist es nicht überall verboten. Die Regelungen in der Schweiz sind allerdings in jedem Kanton unterschiedlich. Deshalb sollten Sie sich vorher gründlich informieren, wo Sie Ihre Zelte aufschlagen und den Wohnwagen oder Caravan abstellen dürfen. Denn bei unerlaubtem, wildem Campen machen Sie sich strafbar. Anhaltspunkte für das richtige Verhalten in der Schweiz finden Sie unter www.alternatives-wandern.ch oder beim Schweizer Alpen-Club unter www.sac.ch.

Neben der Einschränkung durch Übernachtungsverbote in der freien Natur, hat das wilde campen im Zelt vor allem Nachteile, wenn der Nachwuchs noch im Windelalter ist. Die Kleinen immer auf dem Zeltboden zu wickeln und das Fehlen der Waschräume ist manchmal mühsam. Auch für aus dem Krabbelalter entwachsene Kinder kann es anstrengend sein, wenn Toilette und Dusche fehlen. Das Erwärmen des Fläschchens oder Essens ist ebenso umständlich. Wild campen mit einem Wohnwagen -oder mobil ist daher wesentlich komfortabler durch die eigene Koch- und Waschgelegenheit.

Für die Eltern bedeutet wildes campen meist eine grössere Herausforderung als die Übernachtung auf einem Campingplatz. In freier Wildbahn müssen sie ständig achtsam sein, und die Kinder die ganze Zeit beaufsichtigen. Das wilde Campen ringt ihnen zudem einiges an Einfallsreichtum ab, wenn es um Spiele geht. Auf dem Zeltplatz hingegen hat es zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten wie Spielplätze, Volley- und Basketballfelder.

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Mehr Informationen und Tipps zum Camping mit Kindern finden Sie hier: www.krabbelzelt.de hat viele Infos für das Campen mit Kindern und ein Forum, in dem Eltern sich austauschen können. www.alternatives-wandern.ch ist die Schweizer Wander-Webseite der etwas anderen Art. www.sac.ch ist die Seite des Schweizer Alpen-Clubs und bietet zahlreiche Informationen zur Schweizer Bergwelt.

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