Aktualisiert 20.04.2007 10:13

TennisCañas bekam vom Bundesgericht Recht

Guillermo Cañas hat gemäss dem Bundesgericht nicht gegen ein Beschwerdeverbot des internationalen Tennisverbands ATP verstossen. Die ATP kann seinen Mitgliedern nicht verbieten, Dopingentscheide des Sportschiedsgerichts anzufechten.

Cañas hatte wie alle anderen ATP-Profis die Klausel unterschrieben, wonach er bei Entscheiden des Anti-Doping-Tribunals das internationale Sportschiedsgericht in Lausanne als einzige Beschwerdeinstanz akzeptiere.

Trotzdem wendete sich die aktuelle Nummer 27 der Weltrangliste ans Bundesgericht, nachdem das Sportschiedsgericht im Mai 2006 gegen ihn eine Dopingsperre von 15 Monaten verhängt hatte. Wie bereits Ende März bekannt wurde, haben die Bundesrichter seine Beschwerde gutgeheissen.

Aus der nun vorgelegten Urteilsbegründung geht hervor, dass das Sportschiedsgericht das rechtliche Gehör von Cañas verletzt hat. Wegen diesem formellen Fehler muss es neu entscheiden.

Von grösserer Bedeutung ist, zu welchem Schluss die Bundesrichter in Bezug auf die Verzichtserklärung kommen. Diese kann dem Athleten laut Bundesgericht nicht entgegengehalten werden, da die Unterzeichnung nicht auf einem freien Willensentscheid basiert.

Gemäss Matthieu Reeb, Generalsekretär des Sportschiedsgerichts, hat das Urteil auch Auswirkungen auf andere Sportverbände, die von ihren Mitgliedern entsprechende Verzichtserklärungen verlangen. Zudem sei es das erste Mal, dass das Bundesgericht einen Entscheid des Sportschiedsgerichts aufhebe.

Cañas war im Februar 2005 beim ATP-Turnier in Acapulco positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden. Das Anti-Doping- Tribunal sperrte ihn deshalb für zwei Jahre. Das Sportschiedsgericht reduzierte die Sperre dann auf 15 Monate, weil der heute 29-Jährige das fragliche Medikament nicht absichtlich eingenommen hatte.

(si)

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