Flandern-Rundfahrt: Cancellaras nächstes grosses Ziel
Aktualisiert

Flandern-RundfahrtCancellaras nächstes grosses Ziel

Paris - Roubaix und Mailand - San Remo hat er bereits gewonnen. Nun unternimmt Fabian Cancellara am Ostersonntag einen neuen Anlauf, ein weiteres Monument zu erobern.

Kann Cancellara endlich die Flandern-Rundfahrt gewinnen?

Kann Cancellara endlich die Flandern-Rundfahrt gewinnen?

Der Berner will sich in Meerbeke als Sieger der Flandern-Rundfahrt feiern lassen.

Seit 2003 ist Cancellara jedes Jahr zur Flandern-Rundfahrt angetreten. Sein bestes Ergebnis erreichte der Zeitfahren- Weltmeister vor vier Jahren als Sechster. Doch in den letzten beiden Jahren war dem Berner das Glück nicht hold. 2008 war Cancellara noch nicht richtig in Form. Vor zwölf Monaten wurde der Berner wegen eines Kettenrisses am Koppenberg zur Aufgabe gezwungen.

«Das ist das schwerste klassische Eintagesrennen»

«Das ist das schwerste klassische Eintagesrennen. Der Stellenwert in Belgien für die Ronde van Vlaanderen ist gewaltig. Es war schon überwältigend, was am letzten Samstag nach meinem Sieg im GP E3 in Harelbeke abgelaufen ist», erklärte Cancellara. Die Art und Weise, wie er diesen Sieg herausfuhr, hat alle Beobachter stark beeindruckt. Der stärkste Schweizer zählt zusammen mit den Belgiern Tom Boonen und Stijn Devolder zu den Kronfavoriten. Weshalb ihm so sehr an einem Erfolg im flämischen Klassiker gelegen ist, dafür hat Cancellara eine einfache Begründung parat: «Er fehlt mir noch in meiner Siegesliste.»

Auch bei der Strassen-WM in Mendrisio im letzten September war Cancellara der meistgenannte Sieganwärter. Dies führte in der Schlussphase dazu, dass er das ganze Feld und insbesondere die Spanier gegen sich hatte. In der Flandern-Rundfahrt sind die Voraussetzungen etwas anders. Die 15 kurzen, aber ungemein steilen Steigungen in den flämischen Ardennen sorgen für eine natürliche Selektion. Natürlich spielt auch in diesem Eintagesrennen die Taktik eine Rolle. Aber die Protagonisten sind dem Mannschaftsspiel weniger ausgesetzt.

Pflastersteine und 15 «Hellinge»

Nach dem Start in Brugge führt die 262 km lange Strecke zunächst der Atlantik-Küste entlang, ehe der Weg ins Landesinnere in Richtung Ziel in Ninove/Meerbeke eingeschlagen wird. Beim Volksfest der Flamen - zu Tausenden suchen die Fans die strategisch wichtigen Stellen an der Strecke auf - spielen nicht nur die 15 «Hellinge» (Berge) eine Rolle, sondern auch die Strassenabschnitte mit Pflastersteinen.

Die Flandern-Rundfahrt ist das Kind von Karel van Wynendaele. Der frühere Rennfahrer war bei der Gründung der Zeitung «Sportwereld» beteiligt und von Rennen wie Paris - Brüssel oder Paris - Roubaix begeistert. Die erste Austragung in Flandern führte 1913 über 330 km, wurde von Paul Deman (Be) gewonnen und war alles andere als ein Erfolg. Auch in den Folgejahren fand die Flandern- Rundfahrt keine grosse Beachtung. Dies änderte sich 1923, als mit dem Schweizer Heiri Suter erstmals ein Ausländer siegte. Fabian Cancellara könnte aus Schweizer Sicht sein Nachfolger werden. Lediglich Thomas Wegmüller schaffte es noch auf das Podest. Der Berner stand 1992 eine Flucht über 215 km (!) durch, musste aber am Bosberg, 12 km vor dem Ziel, seinen letzten Begleiter Jacky Durand (Fr) ziehen lassen.

(si)

Deine Meinung