Aktualisiert 30.08.2015 23:33

Klassiker in BaselCanepas Gang zu den FCZ-Fans

Nach dem Spielunterbruch beim Klassiker zwischen Basel und Zürich gesellt sich FCZ-Präsident Ancillo Canepa zu den Fans – nicht zum ersten Mal.

von
fal
Präsident als Schlichter: Ancillo Canepa verfolgt den Klassiker aus der Zürcher Fankurve. (30. August 2015)

Präsident als Schlichter: Ancillo Canepa verfolgt den Klassiker aus der Zürcher Fankurve. (30. August 2015)

Wir zählen die 37. Minute im Klassiker zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich. Basels Captain Matias Delgado will beim Stande von 1:0 einen Corner treten. Da fliegt aus dem Sektor mit dem Zürcher Anhang ein Feuerzeug auf den Rasen des St. Jakob-Parks. Schiedsrichter Nikolaj Hänni unterbricht die Partie, trommelt die Spieler in die Mitte des Spielfeldes zusammen. Nur wenig später fliegt ein Fläschchen Wodka auf den Platz – Hänni hat endgültig genug und schickt die Fussballer für zehn Minuten in die Kabinen.

Ancillo Canepa beobachtet die unrühmlichen Wurfaktionen und begibt sich in die Gäste-Fanecke. «Ich bin eben zu den Fans gegangen, die Lage hat sich schnell beruhigt», erklärt der FCZ-Präsident im Interview mit dem SRF. Es ist nicht das erste Mal, dass der Obmann der Zürcher die Nähe der Supporter auf Grund von negativen Vorfällen suchen muss. Dann folgen Worte von Canepa, die für die Öffentlichkeit doch überraschend kommen: «Klar, man wirft nichts auf den Rasen. Aber ich finde, dass der Schiedsrichter auch etwas provoziert hat. Es ist ja nichts Grosses auf dem Rasen passiert.»

«Es gibt immer einzelne Idioten»

Canepas Amtskollege Bernhard Heusler, der zusammen mit SRF-Reporter Rainer Salzgeber am runden Tisch steht und Canepas Ausführungen lauscht, atmet zuerst tief durch. Danach antwortet der FCB-Präsident diplomatisch: «Fakt ist, dass man keine Gegenstände auf den Rasen werfen darf. Andrerseits müssen wir alle dazu beitragen, dass die Spiele ordnungsgemäss über die Bühne gehen.» Worauf Canepa noch einmal das Mikrofon ergreift: «Es gibt immer einzelne Idioten, die sich daneben benehmen. Der Grossteil der Fans hat die Aktionen aber nicht goutiert.»

Nun, die Gemüter in Canepas Fankurve beruhigen sich ohnehin schnell wieder. Kurz nach Wiederaufnahme der Partie gelingt Ivan Kecojevic das 1:1. Und Canepa jubelt ebenso leidenschaftlich wie die Zürcher Supporter. Doch zum Schluss gewinnt das Heimteam letztendlich verdient.

Fazit: Auch ein Präsident darf Fan sein.

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