Im Trend: Cannabis-Cocktails

Cannabis-Cocktails, wie der Pot Manhatten oder der High Martini, versprechen eine andere Art Rausch.

Cannabis-Cocktails, wie der Pot Manhatten oder der High Martini, versprechen eine andere Art Rausch.

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Trotz GesundheitsrisikoCannabis-Cocktails wie der High Martini werden immer beliebter

Die Mischung von Alkohol und Cannabis hat Cocktail-Kreationen wie den High Martini hervorgebracht. Was bei CBD-Drinks noch als harmlos galt, sorgt bei THC-Drinks nun für Beunruhigung.

von
Luise Faupel

Nachdem in den letzten Jahren Drinks oder Weine mit kleinen Dosen CBD, der Verbindung in Marihuana und Hanf, die nicht high macht, angesagt waren, folgen laut «New York Times» nun Trend-Getränke mit der berauschenden Substanz THC. Ärztinnen und Ärzte sind besorgt. 

CBD gilt als Wundermittel der Wellness-Revolution. Auch die sogenannten Green-Dragon-Drinks, also CBD-Cocktails bestehend aus Alkohol und Cannabis, versprechen Entspannung. 

Was sind Cannabis-Cocktails?

Cannabis-Cocktails sind vor allem da angesagt, wo Cannabis legalisiert wurde – etwa in 19 Staaten der USA. Die Cannabis-Getränke in Onlineshops oder Cannabis-Cocktails in Bars enthalten CBD-Tinkturen auf Alkoholbasis, die sich wegen ihrer Zusammensetzung gut in den Cocktail integrieren lassen.

Einige der Getränke enthalten nur THC oder CBD, andere gleich beides. Die Getränke auf dem Markt variieren stark in der Menge an Milligramm dieser Verbindungen, die sie enthalten. Mit Cannabis angereicherte Getränke mit oder ohne Alkohol können trocken oder süss, würzig oder fruchtig sein.

Unterschied von CBD und THC

CBD und THC sind beides Cannabinoide der Hanfpflanze. Cannabis wird als verbotene Droge häufig als Marihuana oder Haschisch gehandelt. Es enthält Tetrahydrocannabinol (THC). 

CBD wirkt nicht psychoaktiv, somit nicht berauschend und gilt laut WHO Weltgesundheitsorganisation als sicher. CBD soll durch seine Wirkung auf den Körper das Wohlergehen unterstützen und entspannen sowie bei Entzündungen, Übelkeit und Schlafproblemen helfen. 

THC verursacht einen Rauschzustand, da es wegen seiner chemischen Zusammensetzung psychoaktiv aufs Nervensystem wirkt. Konzentration, Denkfähigkeit, Bewegung und die allgemeine Koordination werden beeinflusst. Für die Gesundheit ist THC eher schädlich. 

Cannabis gilt in der Schweiz als verbotene Droge. Laut Schweizerische Eidgenossenschaft sind Cannabisprodukte nur erlaubt, wenn sie weniger als ein Prozent des Wirkstoffes THC enthalten. Beispiele sind Hanfblüten, Duftöle, Salben oder Tropfen, die eingenommen werden.

Alkoholfreier Rosé mit CBD

Brands entwickeln stetig neue Kreationen. Das US-Label Pabst etwa verkauft «High Seltzer» mit Zitronengeschmack, ein Cannabisgetränk in Dosen, das eine andere Art von Rausch verspricht. Es gibt aber auch alkoholfreien Rosé aus Pinot-Noir-Trauben mit THC und CBD, entwickelt von den amerikanischen Winzerinnen von House of Saka in Napa Valley, Kalifornien.

Kritiker bemängeln, dass die Cannabis-Drinks ohne Alkohol oft als gesündere Alternative zu Alkohol beworben werden. Slogans wie «Kein Kater nach dem entspannenden Trinken» sollen locken.

Der alkoholfreie Cannabis-Rosé boomte vor allem während der Covid-Pandemie.

Der alkoholfreie Cannabis-Rosé boomte vor allem während der Covid-Pandemie.

Instagram / infusedsaka
Alkoholfreie Weine mit Cannabis sind Saka Infusions Spezialität.

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Instagram / infusedsaka
Mit dem «Pretty in Pink»-Cocktail von Infused Saka soll «verantwortungsbewusst relaxt» werden.

Mit dem «Pretty in Pink»-Cocktail von Infused Saka soll «verantwortungsbewusst relaxt» werden.

Instagram / infusedsaka

Laut BDSA, einem Marktforschungsunternehmen, sind die US-Dollar-Verkäufe von Marihuana-Getränken in zwölf der 19 verfolgten Staaten von 2020 bis 2021 um rund 65 Prozent gestiegen. Im Jahr 2022 dürfte der Trend ähnlich aussehen.

Grapefruit- und Orangensagt, mit Marijuana angereichert.

Grapefruit- und Orangensagt, mit Marijuana angereichert.

Getty Images

Hast du schon mal einen Cannabis-Cocktail getrunken?

Wirkung kommt angerauscht

Über die Hälfte der im Jahr 2021 in den USA verkauften Cannabisgetränke enthielt 100 Milligramm THC: Eine Menge, die Durchschnittsbürgerin und -Bürger erheblich berauschen oder beeinträchtigen könnte. Es braucht bei Drinks mit Cannabis nur zwischen zehn und 15 Minuten, um die ersten Effekte zu spüren – während Essbares drei- oder viermal so lange brauchen kann, bis es wirkt.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

Laut Expertinnen und Experten ist das Riskante an Cannabis-Cocktails mit THC, dass man schnell versehentlich zu viel THC konsumieren kann. Etwa, weil man zu schnell zum nächsten Glas greift, bevor eine Wirkung eintritt.

Cannabis-Drink, mit einer alkoholbasierten CBD-Tinktur verfeinert.

Cannabis-Drink, mit einer alkoholbasierten CBD-Tinktur verfeinert.

Getty Images/iStockphoto

Der Magen nimmt Flüssigkeiten zudem schneller auf als Feststoffe, sodass die Wirkung von Weed-Drinks relativ schnell eintreten kann. Eine zu hohe Dosis THC kann Paranoia, Übelkeit und Erbrechen sowie einen Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks hervorrufen. Umso besser vielleicht, dass eine Lancierung von THC-Cocktails in der Schweiz mehr als unwahrscheinlich ist. 

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