Aktualisiert 19.10.2006 22:43

Cannabis-Kurse schlecht besucht

Die umstrittenen Cannabis-Kurse der Berner Drogenfachstelle stecken in einer Sackgasse: Es finden sich kaum noch kiffende Jugendliche, die daran teilnehmen wollen.

Seit dem Jahr 2000 bietet die Suchtberatung Contact Bern kostenlose Kurse an, in denen sich jugendliche Kiffer mit ihrem Cannabis-Konsum auseinandersetzen können. «Dabei lernen die Teilnehmer, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen», sagt Sozialarbeiterin Anna Bernet. Wegen riesigem Andrang wurden einige Kurse anfangs doppelt geführt. Inzwischen sind die Anmeldungen aber rar geworden. Der letzte Kurs musste gar abgesagt werden. «Weshalb die Nachfrage so gesunken ist, können wir uns nicht erklären», so Bernet.

Die Sitzungen finden zwar in einem absolut geschützten Rahmen statt. Für Catherine Weber, Stadträtin vom Grünen Bündnis, steht dennoch fest: «Viele junge Kiffer sind verunsichert und haben Angst, sich zu outen.» Nun brauche es neue Strategien, um an die Jugendlichen heranzukommen. «Einfach aufgeben wäre der falsche Weg», sagt Weber.

Ganz anders beurteilen Bürgerliche den Teilnehmer-schwund: «Wenn das Interesse fehlt, macht es doch keinen Sinn, die Kurse weiterzuführen», so FDP-Stadtrat Ueli Haudenschild.

Der nächste Kurs findet im November statt.

Raffaela Moresi

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