Drogenpolitik: Cannabis-Legalisierung ist weltweit ein Thema

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DrogenpolitikCannabis-Legalisierung ist weltweit ein Thema

Schweizer Städte interessieren sich für Testprojekte zur straffreien Abgabe von Cannabis. Im Ausland ist man vielerorts schon weiter.

von
mch
In verschiedene Ländern und Regionen ist sie bereits straffrei erhältlich: Eine weibliche Hanfpflanze.

In verschiedene Ländern und Regionen ist sie bereits straffrei erhältlich: Eine weibliche Hanfpflanze.

Keystone/Symbolbild

In der Schweiz sind Anbau, Handel und Konsum von Cannabis generell verboten – allerdings mit Ausnahmen. Legal zu kaufen gibt es Cannabis zum Beispiel in der Bahnhof-Apotheke von Manfred und Barbara Fankhauser-Jost in Langnau im Emmental. Dabei geht es allerdings nicht ums Kiffen, sondern in der Regel um die Behandlung chronischer Schmerzen.

«Die Betroffenen sind oftmals Personen, die schon mehrere andere Therapien ausprobiert haben. Erst Cannabis konnte ihnen wirklich helfen», sagt Dr. Manfred Fankhauser-Jost zur «Aargauer Zeitung». Solche Personen müssen allerdings ein Rezept des Arztes vorweisen, der wiederum einen Antrag beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellen muss.

Legalisierung auf Probe

Der Apotheker befürchtet, dass in der aktuellen Debatte um die Legalisierung von Cannabis «Kiffer und Patienten in der öffentlichen Diskussion wieder vermischt werden – worunter letztlich die Kranken leiden». Doch generell begrüsse er Testprojekte, die auch den Konsum von Hanf als Droge zu kontrollieren versuchten.

Interesse an solchen Versuchen zur legalen Abgabe von Cannabis bekundeten die Städte Zürich, Bern, Basel und Genf. Auch Innenminister Alain Berset sprach sich in der letzten Ausgabe der «NZZ am Sonntag» für solche Projekte aus.

Die ganze Welt diskutiert mit

In den nächsten drei Tagen treffen sich Delegierte aus der ganzen Welt zu einer Sondersitzung der UNO-Generalversammlung in New York, um das weltweite Drogenproblem zu besprechen. Die Regulierung von Cannabis wird dabei ein wichtiges Thema sein.

Verschiedene Länder und Regionen haben mit der straffreien Abgabe von Cannabis experimentiert oder sie gar umgesetzt. Das Newsportal «Business-Insider» berichtete unlängst über die Erfahrungen des US-Bundesstaates Colorado, wo der Verkauf von Cannabis seit Beginn des Jahres 2014 legal ist:

Anscheinend wurde der Preis von Cannabis auch auf dem noch existierenden Schwarzmarkt nach unten gedrückt. Doch selbst das locke immer weniger Konsumenten an. Zusammenfassend schreibt das Newsportal: «Damit passiert auf dem Drogenmarkt genau das, was man schon bei den Musikdownloads vor Jahren beobachten konnte: Werden legale Möglichkeiten angeboten, sinkt die Bereitschaft, auf illegale Angebote zurückzugreifen.»

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