Stadt Bern: Cannabis-Projekt nimmt weitere wichtige Hürde

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Stadt BernCannabis-Projekt nimmt weitere wichtige Hürde

Das Forschungsprojekt für den Verkauf von Cannabis in Stadtberner Apotheken ist einen Schritt weiter: Die Kantonale Ethikkommission hat das Gesuch bewilligt.

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sul
In Berner Apotheken soll Hanf legal abgegeben werden können. Nun muss noch der Bund grünes Licht erteilen.

In Berner Apotheken soll Hanf legal abgegeben werden können. Nun muss noch der Bund grünes Licht erteilen.

Keystone/edi Engeler

Stadt und Universität Bern spielen den Ball nun dem Bund zu: Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) wird ein Gesuch beim Bundesamt für Gesundheit einreichen, um grünes Licht für den Start des Cannabis-Versuchsprojekts zu erhalten.

Die Studie soll den regulierten Cannabisverkauf in Apotheken prüfen. Die Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, in der Stadt Bern wohnen und bereits Cannabis konsumieren, was mittels Haarprobe bestätigt werden muss. Für den Kauf des Cannabis wird den Teilnehmern eine Apotheke fix zugewiesen.

Gesundheitliche Risiken senken

Grosses Gewicht legte die Kantonale Ethikkommission bei ihrer Prüfung auf die Gewährleistung des Datenschutzes. Alle erhobenen Daten müssen vom ISPM streng vertraulich behandelt und dürfen an keine andere Stelle weitergereicht werden.

Studienleiter Matthias Egger freut sich: Viele Berner Kiffer würden sich Cannabis auf dem Schwarzmarkt kaufen, das einen stark schwankenden THC-Gehalt und Pestizide oder Pilzsporen enthalten könne. Mit dem Verkauf in den Apotheken könnten gesundheitliche Risiken vermindert werden, wird Egger in der gestern verschickten Pressemitteilung von Stadt und Uni zitiert.

Pilotprojekte in mehreren Städten

Das Bundesamt für Gesundheit muss nun noch eine Ausnahmebewilligung für Anbau, Einfuhr, Herstellung und Inverkehrbringen von Cannabis erteilen. Voraussetzung ist, dass die Betäubungsmittel der wissenschaftlichen Forschung dienen.

In mehreren Kantonen und Städten sind zum Umgang mit Cannabis politische Vorstösse hängig. Diese Städte und Kantone haben sich in einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Pilotprojekte werden zurzeit auch in Basel, Genf und Zürich ausgearbeitet. (sul/sda)

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