Verwaltung tut nichts : Cannabis-Rauch bringt Nachbarin um den Schlaf
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Verwaltung tut nichts Cannabis-Rauch bringt Nachbarin um den Schlaf

Eine Mieterin aus Rapperswil-Jona SG nervt sich, dass Cannabis-Rauch aus der Nachbarschaft in ihre Wohnung dringt. Die Verwaltung unternimmt nichts.

von
som
Ihre kiffenden Nachbarn stören eine Frau aus Rapperswil-Jona massiv.

Ihre kiffenden Nachbarn stören eine Frau aus Rapperswil-Jona massiv.

Keystone/AP/Alex Brandon/Archiv

Ihre Nachbarn bereiten einer Bewohnerin eines Miethauses in Rapperswil-Jona keine Freude. Diese leben einen Stock unter ihr und kiffen täglich mehrmals. «Dies auch nach 22 Uhr», sagt sie zur «Zürichsee-Zeitung» und zum «Tagblatt». Sie schlafe gern mit offenem Fenster. Doch bei dem «unerträglichen Gestank» sei dies unmöglich. Deshalb müsse sie abends so lange wach bleiben, bis die Nachbarn mit dem Kiffen fertig seien: «Wohn- und Lebensqualität leiden erheblich.»

Sie habe bereits die Verwaltung der Liegenschaft kontaktiert, doch dort habe man sich wenig interessiert gezeigt. Es habe geheissen, dass man als Verwaltung keinen Einfluss nehmen könne, was andere Mieter in ihrer Wohnung täten.

Rauch ist wie akustische Störung

Die Vermieterin findet jedoch, dass der Rauch nicht im privaten Bereich bleibt, sondern in die Räume anderer Mieter eindringt. Zudem rieche es teilweise im ganzen Treppenhaus. Die Stiftung Pro Aere, die sich für den Schutz vor Passivrauchen starkmacht, gibt ihr recht. Stiftungsratspräsident Jürg Hurter: «Mieter dürfen in ihrer Wohnung tun, was erlaubt ist und was nach vernünftigen Massstäben nicht stört.»

Was für akustische Störungen gilt, kann man laut Hurter auch auf den Rauch übertragen: «Man darf in einer Mietwohnung Schlagzeug spielen, aber nicht rund um die Uhr.» Störender Rauch mindere den Wert der Mietwohnung, weshalb der Mieter verlange dürfe, dass die Verwaltung aktiv wird.

Verwaltung will nicht eingreifen

Die Immobilienbewirtschafterin, die Helvetia-Versicherung, ist anderer Meinung. Sprecher Hansjörg Ryser sagt zur Zeitung: «Rauchen in der Wohnung ist nicht verboten, wir können wenig ausrichten.» In jenen seltenen Fällen, in denen man Kenntnis von Streitigkeiten erhalte, versuche man, auf eine Verständigung beziehungsweise Aussöhnung der Parteien hinzuarbeiten. Man sei zwar an einem harmonischen Verhältnis zwischen den Mietern interessiert, eine Überregulierung wolle man aber nicht.

Die durch den Rauch gestörte Vermieterin war bereits bei der Schlichtungsstelle. Dort hiess es aber nur, dass sie sich eine neue Wohnung suchen solle.

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