Cannes zeigt ersten Film mit schwarzem Jesus
Aktualisiert

Cannes zeigt ersten Film mit schwarzem Jesus

Die unabhängige, religiöse Filmbiographie «Color of the Cross», die auf den letzten 48 Stunden im Leben von Christus basiert, hat ihre Weltpremiere in Cannes - Kontroversen sind vorprogrammiert.

«Color of the Cross» wird in Cannes als erstes Filmepos in der Geschichte Hollywoods, in dem Christus als Farbiger dargestellt wird, im Mittelpunkt stehen. Diese Darstellung verleiht der herkömmlichen biblischen Geschichte eine neue Dimension. Zweifellos wird sie eine Herausforderung für die Verfechter der traditionellen christlichen Glaubenslehre sein und der Debatte und religiösen Bewegung, mit denen die Medien augenblicklich das Land überschwemmen, weiteren Zündstoff geben.

Jean-Claude LaMarre gründet die Story seines Films «Color of the Cross» sowohl auf die biblische Auslegung wie auch eine zusätzliche Dimension historischer Daten, die darauf hindeuten, dass Christus afrikanischer Abstammung war und sehr wohl dunkelhäutig gewesen sein könnte. Das zeitliche Zusammentreffen der Filmpremiere bei den Festspielen mit den gemischten Kritiken für den Film «The Da Vinci Code - Sakrileg» wird ohne Frage reges Interesse und Neugierde hervorrufen.

Anders als «Die Passion Christi» konzentriert sich «Color of the Cross» nicht auf die blutigen Qualen der Kreuzigung von Jesus, sondern eher auf dessen qualvolle Auseinandersetzung mit dem bevorstehenden Tod. Hiermit rückt der Film die menschlicheren Aspekte der Geschichte von Christus in den Vordergrund. «Color of the Cross» überwindet eine kulturelle Kluft, um die Zuschauer auf intellektuelle Weise zu inspirieren und herauszufordern.

Nach Aussagen des Regisseurs Jean-Claude LaMarre soll der Film das Publikum zu Reaktionen bewegen, indem Christus auf andere Weise dargestellt wird . «Das Ziel unseres Films liegt nicht darin, die Christen in zwei Lager zu spalten, sondern ihren Horizont zu erweitern. Jahrzehntelang wurde Leonardo Da Vincis Porträt von Jesus weitgehend anerkannt. Wir bieten eine andere Möglichkeit der Darstellung. Es ist für alle Platz. Wir werden versuchen, den Segen des Papstes für diese Darstellung zu erhalten», sagte LaMarre. Darstellungen von schwarzen Madonnen waren schon im Mittelalter verbreitet. (sda)

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