In der Schweiz erwischt: Cannonball-Raser wehren sich gegen Strafe
Aktualisiert

In der Schweiz erwischtCannonball-Raser wehren sich gegen Strafe

Drei britische Geschäftsleute waren von der Zürcher Polizei festgenommen worden, weil sie gegen die Verkehrsregeln verstossen hatten. Jetzt beklagen sie sich über die Busse.

von
vro
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Seit dem 4. Juni 2017 waren die Briten in U-Haft: Auf Justgiving.com wurde gar Geld für die Inhaftierten gesammelt.

Seit dem 4. Juni 2017 waren die Briten in U-Haft: Auf Justgiving.com wurde gar Geld für die Inhaftierten gesammelt.

Mit diesen drei Sportwagen des Modells Nissan GTR waren die drei Fahrer mit 177,5 km/h unterwegs.

Mit diesen drei Sportwagen des Modells Nissan GTR waren die drei Fahrer mit 177,5 km/h unterwegs.

Leser-Reporter
Die Autos wurden zuerst beschlagnahmt, konnten aber nicht eingezogen werden, da diese nicht Eigentum der Beschuldigten waren.

Die Autos wurden zuerst beschlagnahmt, konnten aber nicht eingezogen werden, da diese nicht Eigentum der Beschuldigten waren.

Leser-Reporter

An Pfingsten hat die Kantonspolizei Zürich auf der A4 drei Briten erwischt, die mit bis zu 177,5 Stundenkilometern unterwegs waren. Die drei Männer wurden verhaftet, ihre Autos beschlagnahmt. Drei Monate lang sassen sie wegen der aufwendigen Untersuchung in U-Haft. Schliesslich stellte sich heraus, dass der Tatbestand der qualifizierten groben Verkehrsregelverletzung erfüllt war. In einem abgekürzten Verfahren einigten sich die Beschuldigten mit der Staatsanwaltschaft auf bedingte Freiheitsstrafen von 13 und 14 Monaten, wie die Oberstaatsanwaltschaft im September mitteilte.

Nun zeigen sich die Männer nicht mehr so einig mit der Staatsanwaltschaft. Nebst der bedingten Freiheitsstrafe müssten sie auch eine Busse und die Gerichtskosten zahlen, was Tausende Franken ausmache, schreibt das Portal Express & Star.

Einigung muss vor Gericht bestätigt werden

Der Vater eines Beteiligten erklärt diesem gegenüber, dass sein 45-jähriger Sohn den Deal mit der Staatsanwaltschaft nicht akzeptieren wolle. «Unser Sohn und sein Freund wollen ihre Namen reinwaschen. Wenn man bedenkt, dass ihnen geringe Verkehrsdelikte vorgeworfen wurden, ist die Strafe total überrissen.» Auch die Veranstalter des Cannon Ball, in dessen Rahmen die drei Fahrer unterwegs waren, sprachen von einer Kleinigkeit, die passiert sei.

Die Einigung würde vorsehen, dass jeder Beschuldigte bis knapp 40'000 Franken bezahlen müsste. Einer von ihnen habe eingewilligt, die beiden anderen wollen das Angebot nicht akzeptieren, schreibt das Portal. Der nächste Gerichtstermin sei für den 11. Dezember angesetzt, denn die Einigung muss richterlich bestätigt werden. Die Staatsanwaltschaft äussert sich zum Prozess nicht. Beim Bezirksgericht Affoltern, wo der Fall am Montag hätte verhandelt werden sollen, heisst es, der Prozess finde nicht statt. Weiter wollte man sich nicht äussern.

Beschuldigter leidet unter psychischen Folgen

Laut seinem Vater hat der 45-jährige Beschuldigte seit der Entlassung aus der Haft psychische Probleme. Er leide an einer Depression und werde schnell emotional. Deswegen sei er in Behandlung. «Ich hoffe, mit der Zeit wird es ihm besser gehen, aber ich weiss, dass die drei niemals ganz vergessen werden, was sie durchgemacht haben.»

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