Bewertungen im Internet: Capellos WM-Noten erhitzen die Gemüter
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Bewertungen im InternetCapellos WM-Noten erhitzen die Gemüter

Nach Englands WM-Aus steht Trainer Capello erneut im Kreuzfeuer: Eine Liste ist aufgetaucht, in der er alle WM-Spieler bewertete – seine eigenen besonders schlecht.

von
pre

Gerade noch hatte sich Fabio Capello nach dem Aus im WM-Achtelfinal gegen Deutschland im Amt halten können. Nun droht aber neues Ungemach für den englischen Nationaltrainer. Nach der Veröffentlichung des sogenannten «Capello-Indexes», einer Liste mit Bewertungsnoten aller WM-Spieler, die Capello in Südafrika angefertigt hat, wird wieder der Rausschmiss des Italieners gefordert. Auch eigene Spieler sollen sich gegen den Trainer wenden. «Die FA sollte ihn rauswerfen. Bedenkt man all das Gerede über fehlenden Teamgeist im Verlaufe der Weltmeisterschaft, ist es eine absolute Schande, dass der Trainer etwas mit dieser Liste zu tun hat», wird ein unbekannter englischer Nationalspieler vom «Mirror» zitiert.

Doch warum dieses Geschrei um die Capello-Liste? Ein grosser Teil des englischen Kaders wurde vom eigenen Trainer unterdurchschnittlich schlecht beurteilt, was in England als unangebrachte Provokation verstanden wird. Nach der Achtelfinalpartie gegen Deutschland war beispielsweise Jermaine Defoe mit 62,47 Punkten bester englischer Akteur. Und das auf einer Bewertungsskala, die bis 100 reicht. Der nach Englands Auftaktspiel gegen die USA wegen seines Patzers beim Gegentreffer ausgemusterte Torhüter Robert Green erreichte gar nur 51,57 Punkte. Bester Spieler auf Capellos Liste war der Uruguayer Diego Forlan mit 65,77 Punkten. Auch vier Deutsche Spieler schafften den Sprung in Capellos Top 10.

Capello distanziert sich

Der Italiener, der schon während des Turniers in Südafrika mit dem Gedanken gespielt hatte, die Benotungen öffentlich zu machen, dann aber vom englischen Verband aber zurückgepfiffen wurde, wehrt sich nun gegen die Anschuldigungen. «Ich habe die Rangliste nicht gesehen und nicht freigegeben. Ich bin wütend, dass etwas publiziert wurde», erklärte der 64-Jährige nach der Online-Aufschaltung seines Indexes durch seinen Geschäftspartner Chicco Merighi. Und sein Sohn fügte an: «Fabio tut es leid, dass eine Liste aufgetaucht ist. Wir hatten der FA gesagt, dass keine Bewertungen englischer Spieler öffentlich würden. Das sind nicht Fabios Ratings und wir versuchen jetzt, dass sein Name von der Webseite verschwindet.»

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