«Militärisch koordinierte Attacke»: Capitol-Polizei kritisiert Geheimdienst wegen mangelnder Information
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«Militärisch koordinierte Attacke»Capitol-Polizei kritisiert Geheimdienst wegen mangelnder Information

Bei der Anhörung im US-Senat zum Sturm aufs Capitol haben Sicherheitsbeamte angegeben, dass es sich um eine «militärisch koordinierte Attacke» gehandelt habe, die unter anderem von Rechtsextremisten ausgeheckt wurde.

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Am Sonntag kam es in Lansing (Michigan) bereits zu ersten bewaffneten Protesten.

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AFP
Starbucks schliesst Filialen in New York aus Angst vor gewaltsamen Protesten.

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Tamedia
Dieses Foto ging um die Welt: Ein Trump-Anhänger im Innern des Capitols mit einer Konföderierten-Fahne. Jetzt wurde der Mann festgenommen.

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REUTERS

Der Ex-Chef der Polizei des US-Capitols, Steven Sund, hat mangelnde Geheimdienstinformationen mitverantwortlich gemacht für das Sicherheitsdesaster beim Angriff auf den Kongresssitz Anfang Januar.

Sund sagte am Dienstag bei einer Anhörung im US-Senat, die Geheimdienstinformationen hätten in keiner Weise die Geschehnisse am 6. Januar vorausgesagt. Sein Team habe sich vorbereitet auf eine Grossdemonstration mit Gewaltpotenzial. Stattdessen habe man es mit einer «militärisch koordinierten Attacke» und «gewaltsamen Übernahme des Capitol-Gebäudes» zu tun gehabt. Sund betonte, die Polizei sei auf Informationen aus dem Geheimdienstapparat angewiesen. «Wir verlassen uns darauf, dass diese Informationen absolut korrekt sind.»

Auf die Frage hin, ob hinter der Attacke rechtsextreme Gruppen standen, antworteten die Capitol-Polizisten mit alle einstimmig mit Ja, wie «CNN» berichtet. In den letzten Wochen hatten rechtsextremistische Gruppen bestritten, den Sturm aufs Capitol geplant zu haben.

Versäumnisse des Geheimdienstes

Auch andere hochrangige Sicherheitsbeamte aus dem Kongress beklagten bei der Anhörung im Senat Versäumnisse der Geheimdienstbehörden. Der frühere oberste Sicherheitsbeamte des Repräsentantenhauses, Paul Irving, sagte, vorausgesagt gewesen sei, dass die Ereignisse vorherigen Aufmärschen von Anhängern des damaligen US-Präsidenten Donald Trump ähneln würden. Darauf habe er sich verlassen.

Sund, Irving sowie der damalige oberste Sicherheitsbeamte des Senats, Michael Stenger, waren nach der Attacke von ihren Posten zurückgetreten – angesichts heftiger Kritik daran, dass der Parlamentssitz der USA derart überrannt werden konnte.

Militär reagierte «zurückhaltend» auf Hilferufe

Die Polizei der US-Hauptstadt Washington war den Sicherheitskräften des Kongresses an jenem Tag zu Hilfe geeilt. Deren Chef Robert Contee beklagte bei der Senatsanhörung, er sei überrascht gewesen, wie zurückhaltend das Militär bei einer gemeinsamen Telefonschalte auf dringende Hilferufe der Capitol-Polizei reagiert habe, angesichts der Eskalation auch Mitglieder der Nationalgarde zu Hilfe zu schicken. Es habe darauf keine sofortige Antwort gegeben.

Anhänger des abgewählten und inzwischen aus dem Amt geschiedenen Präsidenten Trump hatten Anfang Januar während einer Sitzung des Kongresses das Capitol gestürmt und dort Chaos und Verwüstung angerichtet. Die Sicherheitskräfte des Parlaments waren dem Ansturm nicht gewachsen. Mindestens fünf Menschen kamen bei den Krawallen ums Leben, darunter ein Polizist.

(DPA/lub)

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