FC-Thun-Fans: «Capo» wird vom Gericht freigesprochen

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FC-Thun-Fans«Capo» wird vom Gericht freigesprochen

Drei Fans des FC Thun mussten sich am Mittwoch vor Gericht verantworten, weil sie im Stadion Fackeln gezündet hatten. Der «Capo» wurde freigesprochen.

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sda/nc
Fans des FC Thun zünden bei einem Spiel gegen den FC Aarau im Herbst 2014 Petarden.

Fans des FC Thun zünden bei einem Spiel gegen den FC Aarau im Herbst 2014 Petarden.

Das Regionalgericht Oberland hat am Mittwoch zwei Fans des FC Thun wegen Zündens von Fackeln zu Geldstrafen verurteilt. Ein dritter Mann – ein «Capo» – wurde vom Vorwurf freigesprochen, die orchestrierte Pyro-Aktion vom Februar 2014 geplant und angeführt zu haben.

Für Gerichtspräsident Jürg Santschi war unbestritten, dass es sich bei der pyrotechnischen Aktion gegen das verschärfte Hooligan-Konkordat um ein organisiertes und geplantes Vorgehen handelte. Doch verfüge er über keine Anhaltspunkte, wer der massgebliche Drahtzieher gewesen war. Der «Capo» wurde deshalb nach dem Grundsatz «in dubio pro reo» freigesprochen.

Die Verteidigerin hatte es in ihrem Plädoyer als unhaltbar bezeichnet, «dass alle in den gleichen Topf geworfen werden». Ihr Klient sei im Stadion gewesen, um die Mannschaft anzutreiben und für eine «positive Stimmung zu sorgen».

Wegen Schuhen erkannt

Verurteilt wurden jedoch zwei junge Männer, die Fackeln gezündet haben sollen. Zum Verhängnis wurde ihnen, dass sie auf den Bildern der Überwachungskameras aufgrund ihrer Markenschuhe identifiziert werden konnten, obwohl sie ihre Gesichter vermummten. Sie wurden wegen Verstössen gegen das Sprengstoffgesetz sowie das Thuner Ortspolizeireglement zu Geldstrafen von je 40 Tagessätzen à 100 beziehungsweise 110 Franken verurteilt.

Die Thuner Fankurve hatte am 22. Februar 2014 vor dem Heimspiel gegen den FC Sion ein Transparent entrollt mit der Aufschrift «z Konkordat cha üsi Liebi nid uslösche». Dieses wurde anschliessend von vermummten Fackelträgern beleuchtet. Gleichzeitig wurden vor dem Stadion Feuerwerkskörper gezündet.

Gegen Strafbefehle gewehrt

Der Fall gelangte vor Gericht, weil drei Fans – unter ihnen ein «Capo» – sich gegen die Strafbefehle gewehrt hatten, die ihnen die Staatsanwaltschaft im Juli 2014 aufgebrummt hatte. Andere Aktivisten aus der Fankurve – unter ihnen zwei weitere «Capos» – hatten die Strafbefehle akzeptiert oder ihre Beschwerde dagegen vor der Gerichtsverhandlung zurückgezogen.

Im Strafbefehl waren Geldstrafen in der Höhe von mehreren Tausend Franken ausgesprochen worden.

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