26.06.2020 16:40

«Schwere Entscheidung»

Caritas-Markt in Sursee ist «finanziell nicht mehr zu verantworten»

Die Caritas Luzern muss sparen. Neben der Einstellung von zahlreichen Projekten und fünf Kündigungen muss das Hilfswerk auch den Caritas-Markt in Sursee schliessen. Angebote, um Betroffene aufzufangen, seien in Planung.

von
Nathan Keusch
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Die Caritas Luzern muss sparen.

Die Caritas Luzern muss sparen.

KEYSTONE
Mehrere Angebote und Projekte müssen eingestellt werden. Auch zu Entlassungen kommt es.

Mehrere Angebote und Projekte müssen eingestellt werden. Auch zu Entlassungen kommt es.

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Auch betroffen ist der Caritas-Markt in Sursee.

Auch betroffen ist der Caritas-Markt in Sursee.

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Darum gehts

  • Das Hilfswerk Caritas Luzern ist in einer finanziellen Notlage.
  • Aus Spargründen werden Stellen gestrichen, Projekte beendet und Standorte geschlossen.
  • Davon betroffen ist auch der Caritas-Markt in Sursee.
  • Per Ende Juli muss er schliessen.

Die Caritas Luzern ist in den letzten Jahren in eine finanzielle Schieflage geraten. Nun muss das Hilfswerk sparen und führt deshalb eine Umstrukturierung durch. Dies teilt die Caritas am Freitag mit. Im Rahmen der Umstrukturierung soll der Standort in der Luzerner Brünigstrasse aufgehoben und an den Zweitsitz in Littau verlegt werden. Damit würden die soziale und berufliche Integration sowie die Supportabteilungen unter einem Dach vereint. Das Hilfswerk sieht sich gezwungen, fünf Stellen zu streichen und acht weiteren Personen das Pensum zu kürzen.

Weiter muss die Caritas Luzern zahlreiche Angebote und Projekte einstellen. «Für uns war bei allen Entscheidungen wichtig, dass es für die Betroffenen andere Angebote und Alternativen gibt», sagt Doris Nienhaus, Co-Geschäftsleiterin und Leiterin soziale Integration. Betroffene von Altersarmut hätten beispielsweise mit Pro Senectute ein alternatives Auffangbecken.

Schmerzhafte Entscheidung

Per Ende Juli muss der Caritas-Markt in Sursee schliessen. Dies sei eine «sehr schmerzhafte Entscheidung» gewesen, sagt die Präsidentin von Caritas Luzern, Yvonne Schärli, gegenüber 20 Minuten. In Caritas-Märkten können Menschen in sozialen Notlagen vergünstigt Lebensmittel beziehen. Der Markt in Sursee ist der kleinste von insgesamt 21 solcher Läden in der Schweiz.

«Wir haben bis zum Ende versucht, eine Lösung für den Markt zu finden», sagt sie. Aber die Situation sei nun finanziell nicht mehr zu verantworten gewesen: «Die Infrastruktur war nicht mehr stemmbar.» Man müsse nun auf allen Ebenen sparen, damit die Caritas finanziell auf sicheren Beinen stehen könne.

Eine Alternative zum Caritas-Markt in Sursee sei derzeit in Planung, erzählt Schärli. Die Caritas-Märkte sind als Genossenschaften organisiert. Weitere Trägerschaften des Markts in Sursee sind die katholische und die reformierte Kirchengemeinde sowie das Sozial-Beratungszentrum (SoBZ) in Sursee. Gemeinsam soll nun eine Alternative geschaffen werden. «Der Plan ist aber noch nicht spruchreif», sagt Schärli. Man werde über das Projekt informieren, sobald es Form annehme.

Probleme schon seit Herbst 2019

Die finanziellen Probleme des katholischen Hilfswerks haben sich schon länger angekündigt. Sie haben 2016 begonnen, als der Kanton das Asyl- und Flüchtlingswesen vom Hilfswerk weggenommen und vollständig in die kantonale Verwaltung integriert hatte. Im Herbst 2019 habe sich der Druck auf die Finanzen zusätzlich erhöht. Dieser sei durch eine tiefe Arbeitslosenquote und weniger Nachfragen an den Caritas-Projekten sichtbar geworden, erklärt Schärli. Die Corona-Krise habe die Situation wegen Umsatzeinbussen in den Läden, bei den Bildungsangeboten und beim Übersetzungsdienst nun verschärft.

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65 Kommentare
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es wird bald Zeit zur Veränder

27.06.2020, 21:51

Die CARITAS erhält noch immer genüg Kohle von der öffentlichen Hand, via Arbeitslosenprojekte uvm. - Es fliesst in grossen Mengen Geld auf dieses Konto und die Teilnehmer, wie sie abwertend bezeichnet werden, arbeiten sowieso für einen Hungerlohn !

Don Pedro

27.06.2020, 15:28

4 Chefs (m+w) mit Cheflöhnen für das Lädeli und das Brockenstübli... . Das ist CARITAS.

Edwin

27.06.2020, 15:16

Caritasladen ist zu teuer. Das ist das Problem.