Ski-Star schonungslos ehrlich: Carlo Janka leidet und fragt sich: «Ergibt das Ganze noch Sinn?»
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Ski-Star schonungslos ehrlichCarlo Janka leidet und fragt sich: «Ergibt das Ganze noch Sinn?»

Der Bündner Carlo Janka gewann in seiner Karriere nahezu alles. Er siegte im Gesamtweltcup, wurde Weltmeister und Olympiasieger. Doch jetzt leidet er und hat Schmerzen.

von
Nils Hänggi

Anfang 2020 wurde Caro Janka Dritter.

Video: SRF 

Darum gehts

  • Carlo Janka leidet an Rückenschmerzen.

  • Gegenüber der Tamedia-Redaktion redet er Klartext, spricht offen über seine Leiden.

  • So sagt er beispielsweise: «Ich muss mich schon fragen, ob das Ganze noch Sinn ergibt.»

Er war einer der Besten, er war ein Allrounder. Carlo Janka war einst einer der ganz grossen Fahrer im weltweiten Skizirkus. 2009 gewann er in Beaver Creek innert 50 Stunden drei Rennen in drei verschiedenen Disziplinen. Am Ende jener Saison triumphierte er im Gesamtweltcup. Und nicht nur das. 2009 gewann der Bündner bei der Weltmeisterschaft Bronze in der Abfahrt und holte sich Gold im Riesenslalom. Auch bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver war er der Schnellste, sicherte sich die Goldmedaille.

Aber seither? Seither war nicht viel. Überhaupt nicht. Keinen Winter gab es ohne gesundheitliche Einschränkungen. Immer wieder musste Janka pausieren. Zuletzt diesen Herbst, als er wegen Rückenproblemen eine sechswöchige Pause einlegen musste.

Carlo Janka leidet und meint: «Wenn die Differenz zu gross wird zwischen dem, was man als Skifahrer vorhat, und dem, was möglich ist, dann muss ich mich schon fragen, ob das Ganze noch Sinn ergibt.» 

Carlo Janka leidet und meint: «Wenn die Differenz zu gross wird zwischen dem, was man als Skifahrer vorhat, und dem, was möglich ist, dann muss ich mich schon fragen, ob das Ganze noch Sinn ergibt.»

Foto: Imago

Neigt sich seine Karriere dem Ende zu?

Janka erhielt gar vier Spritzen in die Zwischenwirbelgelenke, doch die Wirkung blieb aus. Er schluckte Schmerzmittel, aber eine Dauerlösung war das natürlich nicht. Gegenüber der Tamedia-Redaktion (kostenpflichtig) sagt er: «Wir haben fast alles versucht.» Auch sein Athletikcoach Michael Bont war ratlos, meint: «Da war ich ehrlich zu Carlo und sagte, ich sei langsam, aber sicher am Ende mit meinem Latein.»

War es das also mit dem Bündner? Neigt sich seine Karriere dem Ende zu? Möglich. Aber nicht unbedingt. So war Platz 18 mit nur einer Sekunde Rückstand am Sonntag in Val d’Isère ein unerwarteter Aufsteller. Ein Ergebnis, mit dem Janka nicht gerechnet hatte. Auch darf man nicht vergessen, dass der Bündner vergangenen Winter zweimal Dritter in der Abfahrt geworden ist.

Der 34-Jährige leidet

Dennoch. Carlo Janka leidet. Seine Rückenschmerzen plagen ihn stärker denn je. Gegenüber der Tamedia-Redaktion meint er, dass der Körper nicht bereit sei für schwierige Aufgaben. Seine Worte klingen nach Resignation, sagt der 34-Jährige doch auch: «Wenn die Differenz zu gross wird zwischen dem, was man als Skifahrer vorhat, und dem, was möglich ist, dann muss ich mich schon fragen, ob das Ganze noch Sinn ergibt.»

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