«Grosse Brutalität»: Gewalttäter «Carlos» schon wieder vor Gericht
Aktualisiert

«Grosse Brutalität»Gewalttäter «Carlos» schon wieder vor Gericht

Wegen mehrerer Delikte, die er im Gefängnis begangen hat, muss «Carlos» sich am Mittwoch vor Gericht verantworten.

von
mon
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1585 Tage hat Carlos schon abgesessen.

1585 Tage hat Carlos schon abgesessen.

Robert Honegger
Zurzeit ist er in der Zürcher Justizvollzugsanstalt Pöschwies.

Zurzeit ist er in der Zürcher Justizvollzugsanstalt Pöschwies.

Keystone/Ennio Leanza
Nun muss der Intensivstraftäter erneut vor Gericht.

Nun muss der Intensivstraftäter erneut vor Gericht.

Keystone/Linda Graedel

In Zürich steht heute Mittwoch einmal mehr der junge Straftäter «Carlos» vor Gericht. Er ist angeklagt, weil er während seiner Gefängnis-Odyssee mehrmals Angestellte, Polizisten und Mitinsassen angegriffen haben soll. Die Vorfälle zeugen von grosser Brutalität und werfen die Frage auf, ob ein solcher Mensch im Strafvollzug am richtigen Ort ist.

«Carlos» muss sich wegen schwerer Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie Sachbeschädigung verantworten. Die Anklageschrift listet 19 verschiedene Vorfälle auf.

Der Sachschaden, den der Kampfsportler dabei anrichtete, beläuft sich auf rund 40'000 Franken. Schlimmer sind jedoch die körperlichen und seelischen Schäden bei seinen Opfern.

Massiv verprügelt

Ein Gefängnisaufseher, der von «Carlos» massiv verprügelt wurde, musste danach in eine Psychotherapie. Sechs Männer waren nötig, um ihn von seinem Opfer wegzuzerren. Das Strafmass, das der Staatsanwalt verlangt, wird erst beim Prozess bekannt gegeben.

Ursprünglich sollte der Prozess in Dielsdorf stattfinden, weil die Strafanstalt Regensdorf, in der «Carlos» momentan einsitzt, im Bezirk Dielsdorf liegt. Aus Platzgründen wurde die Verhandlung aber ans Bezirksgericht Zürich verlegt. Der Prozess dürfte zwei Tage dauern. Das Urteil wird am 6. November eröffnet.

«Carlos» war durch einen SRF-Dokumentarfilm im Sommer 2013 landesweit bekannt geworden. Nach der Ausstrahlung entflammte eine hitzige Diskussion darüber, wie teuer die Behandlung junger Straftäter ist. Besonders zu reden gab sein Sondersetting mit Thaibox-Training, das schliesslich abgebrochen wurde. (mon/sda)

«Carlos» heisst eigentlich Brian

Der Straftäter «Carlos» sagte letzte Woche gegenüber der «Rundschau», dass er mit richtigen Namen Brian heisst und auch so genannt werden möchte. «SRF» hatte damals den Namen «Carlos» wegen des Jugendschutzes in Umlauf gebracht. Aufgrund dieses Umstandes wird 20 Minuten in den kommenden Berichterstattungen auch seinen richtigen Namen verwenden.

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