Schach-WM: Carlsen beschenkt sich mit letzter Nervenschlacht

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Schach-WMCarlsen beschenkt sich mit letzter Nervenschlacht

Magnus Carlsen gegen Sergei Karjakin: Wer krönt sich am Mittwochabend in New York zum Schach-König?

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kai/sda
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Die Schach-WM in New York zwischen Magnus Carlsen (l.) und Sergei Karjakin geht am Mittwochabend in die entscheidende Phase. Die Bedingungen werden nach dem 6:6-Zwischenstand erschwert, damit ein Sieger gekürt werden kann.

Die Schach-WM in New York zwischen Magnus Carlsen (l.) und Sergei Karjakin geht am Mittwochabend in die entscheidende Phase. Die Bedingungen werden nach dem 6:6-Zwischenstand erschwert, damit ein Sieger gekürt werden kann.

AFP/Kena Betancur
Von zwölf Partien enden zehn Unentschieden. Der Russe Karjakin gewinnt einzig das Duell Nummer 8.

Von zwölf Partien enden zehn Unentschieden. Der Russe Karjakin gewinnt einzig das Duell Nummer 8.

AP/Mark Lennihan
Magnus Carlsen hat das Lachen wieder gefunden. Der Norweger entscheidet die 10. Partie für sich.

Magnus Carlsen hat das Lachen wieder gefunden. Der Norweger entscheidet die 10. Partie für sich.

AFP/Kena Betancur

Als ob sie ihren Auftritt in New York so richtig auskosten wollten: Magnus Carlsen und Sergei Karjakin bescheren den Schach-Fans ein hochspannendes Duell um die WM-Krone.

Nach zehn Remis und je einem Sieg in zwölf Partien sind der Norweger und der Russe noch immer auf gleicher Augenhöhe. Also müssen die Bedingungen erschwert werden, um den König zu ermitteln.

Bedenkzeit wird verkürzt

Im Tiebreak am Mittwochabend (ab 20 Uhr Schweizer Zeit) stehen zunächst vier Partien mit jeweils nur 25 Minuten Bedenkzeit pro Spieler an. Gibts auch nach dieser Serie noch keinen Sieger, folgen maximal fünfmal zwei Blitzschach-Partien (je fünf Minuten Bedenkzeit).

Zu guter Letzt käme es zu einer WM-­Premiere: einer Armageddon-Partie. Dabei hat der Stratege mit Weiss fünf, sein Gegner vier Minuten Bedenkzeit. Gewinnt Weiss nicht, ist Schwarz Weltmeister.

Favoritenrolle bei Carlsen

Carlsen hatte in der zwölften Partie trotz des Weiss-Vorteils nichts riskiert und sich auf ein schnelles Remis eingelassen. Er gilt in der Kurzentscheidung als Favorit, ist er doch amtierender Weltmeister im Schnell- und war 2014 Titel­träger im Blitzschach. Wobei: Karjakin gewann 2012 die Schnellschach-WM. Zweiter wurde damals Magnus Carlsen.

Der Weltranglisten­erste könnte bei einem Triumph doppelt feiern: Er wird am Mittwoch 26 Jahre alt.

Noël Studer (20) ist Schweizer Meister im Schach. Der Berner zum Final. Ist Schnellschach attraktiver?

Noël Studer (20) ist Schweizer Meister im Schach. Der Berner zum Final. Ist Schnellschach attraktiver?

Noël Studer (20) ist Schweizer Meister im Schach. Der Berner zum Final. Ist Schnellschach attraktiver?

Im Vergleich zu einer normalen Partie besteht ein grosser Unterschied. Von der Spannung her ist es klar attraktiver, weil schneller etwas passieren kann.

Lässt eine bevorstehende Entscheidung die Nerven flattern?

Definitiv! Wenn man merkt, dass ein wichtiges Resultat nah ist, schnellt der Puls in die Höhe.

Carlsen gilt als bester Spieler bei verkürzter Bedenkzeit. Was zeichnet ihn aus?

Carlsen gilt in jeder Disziplin als der Beste. Er verfügt über die beste Intuition, und das hilft im Besonderen beim Schnellschach. Zudem ist seine Schwäche die Eröffnungsvorbereitung, was ein weiterer Vorteil ist.

Wie lautet Ihre Prognose für den Showdown vom Mittwochabend?

Ich denke, Carlsen entscheidet das Tiebreak nach vier Runden mit einem Sieg und drei Unentschieden für sich. (als)

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