22.08.2020 07:29

Caroline Groszer zeigt uns ihr Apulien

Sie lebt seit 20 Jahren im Süden Italiens, kennt hier jede schöne Ecke: von Beach Clubs bis zu Fischrestaurants und Altstädtchen zum Flanieren.

von
Martin Hoch
22.8.2020
Die Masseria Alchimia von Caroline Groszer liegt zwischen Olivenplantagen, unweit des Meeres.
Blick von der Masseria Alchimia über Olivenplantagen.

Die Masseria Alchimia von Caroline Groszer liegt zwischen Olivenplantagen, unweit des Meeres.

Cosmo Laera

Tag 1 – Ankommen und runterfahren

16 Uhr – Check-in Masseria Alchimia

Vor rund zwanzig Jahren verbrachte Caroline Groszer ihre Ferien in Apulien. Sie verliebte sich gleich in das authentische Süditalien und begann hier einen neuen Lebensabschnitt. «Damals war die Gegend noch wenig touristisch», sagt sie. Aber auch heute gäbe es in Apulien noch unzählige Orte, die wenig besucht sind. Als sie die Möglichkeit erhielt, eine der regionstypischen Masserien zu kaufen, zögerte sie nicht lange und verwandelte das Anwesen in ein kleines Paradies mit acht Ferienwohnungen.

Bevor sie Apulien für sich entdeckte, war sie stets auf Achse: Bern, Norddeutschland, St. Gallen, danach New York und Mailand. Und für ihre Arbeit als Fotografin weilte sie in den 1990er-Jahren in den Kriegsgebieten Albaniens und Kosovos.

Doch in Apulien fand sie eine Heimat. Es zieht sie nicht mehr weg, sie sagt: «Schliesslich kommt die ganze Welt zu mir.» Hier atme sie auf und spüre die Freiheit. Apulien sei bereits ein Stück Afrika, dazu müsse man nur die rote Erde, auf der man stehe, betrachten.

Masserien sind ehemalige Landgüter – Caroline Groszer war eine der Ersten, die eine solche in eine Unterkunft umwandelte.
Masseria Alchimia

Masserien sind ehemalige Landgüter – Caroline Groszer war eine der Ersten, die eine solche in eine Unterkunft umwandelte.

Adriano Bacchella
Die acht Ferienwohnungen sind alle individuell eingerichtet. Caroline Groszer hat ein Händchen für stillvolles Interieur.
Ferienwohnung

Die acht Ferienwohnungen sind alle individuell eingerichtet. Caroline Groszer hat ein Händchen für stillvolles Interieur.

Cosmo Laera
Stets aufgestellt und für ihre Gäste da – Caroline Groszer ist eine Gastgeberin mit Leib und Seele.
Caroline Groszer

Stets aufgestellt und für ihre Gäste da – Caroline Groszer ist eine Gastgeberin mit Leib und Seele.

Cosmo Laera

Die Masseria Alchimia baute sie während Jahren mit viel Fleiss auf. Als Gastgeberin müsse man für seine Gäste stets das Beste geben. Ihr Motto: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Ihre Gäste sollen eine fantastische Zeit haben. So plant sie mit ihnen zusammen jeweils den Aufenthalt umd kümmert sich um sämtliche Reservationen: ob für den Beach-Club, einen Restaurantbesuch oder den Coiffeurtermin. Wer shoppen möchte, sollte ebenfalls bei ihr nachfragen, sie kennt die Shops der umliegenden Städtchen und weiss, wo man Designerkleider preiswert kaufen kann. Dabei hilft, dass sie hier bestens vernetzt ist. Und respektiert wird. In Süditalien als Frau so etwas aufzubauen, imponiere den Einheimischen. «Ich bin gut mit Zahlen», sagt die HSG-Absolventin. Das helfe. Auch ist sie stets bestens gekleidet. Nachlässigkeit gehört wohl in keinster Weise zu ihrem Charakter. Sie hat die Dinge im Griff, und das mit einer scheinbaren Leichtigkeit. Sie lacht gerne und ist eine interessierte Gesprächspartnerin.

Eine Anmerkung am Rande: Es ist auch möglich, die ganze Masseria zu mieten und ein Fest – den nächsten runden Geburtstag oder eine Hochzeit – mit Catering und allem, was dazugehört, zu feiern. Das schaut dann in etwa so aus.

18 Uhr – Ostuni: Die Schöne auf dem Hügel

Eine prächtige Stadt mit Sicht aufs Meer.
Ostuni.

Eine prächtige Stadt mit Sicht aufs Meer.

Masseria Alchimia, Alexandra Meurant
Die Stadt ist bestens zu Fuss zu entdecken.
Ostunis Altstadt.

Die Stadt ist bestens zu Fuss zu entdecken.

Cosmo Laera
Frischen Fisch oder feine Pasta – Essen wie Service sind hier ausgezeichnet.
Osteria del Tempo Perso.

Frischen Fisch oder feine Pasta – Essen wie Service sind hier ausgezeichnet.

Caroline Groszer

Ostuni ist eine Schönheit, ein Städtchen erhaben auf einem Hügel gelegen. Und voller Genuss: Caroline Groszer empfiehlt ein Abendessen in der Osteria del Tempo Perso. Das Restaurant befindet sich in einer Grotte der Altstadt, die einst als öffentliches Backhaus genutzt wurde. Nach dem Abendessen lohnt es sich, durch die Gassen zu schlendern, ein Gelato zu geniessen und danach noch auf einen Schlummertrunk ins Riccardo Caffè, einer angesagten Lounge-Bar, vorbeizuschauen. Wer sich in das Städtchen verliebt hat und gleich ein paar Tage bleiben möchte, dem vermietet Caroline Groszer gerne die hübsche Stadtwohnung Torretta Alchimia.

Tag 2 – Beachclub, Stadtbummel & Drinks

9 Uhr – Im Hofladen das Frühstück einkaufen

Hier wächst frisches Gemüse, das man gleich vor Ort kaufen kann.
Bauernhof neben der Masseria Alchimia.

Hier wächst frisches Gemüse, das man gleich vor Ort kaufen kann.

zvg
Schaut doch lecker aus?
Gemüseangebot.

Schaut doch lecker aus?

zvg
Allerlei Selbstgemachtes erhält man im Hofladen.
Süsse Versuchungen.

Allerlei Selbstgemachtes erhält man im Hofladen.

zvg

Einst gehörte die Masseria Alchimia zum Anwesen des benachbarten Bauernhofes. Noch heute bewirtschafte die Familie Recubero 30 Hektaren Land, baue vor allem Früchte und Gemüse an. Caroline Groszer ermunterte sie, einen Hofladen zu eröffnen. Und so kann man heute als Gast in knapp fünf Minuten zum Hofladen rübergehen und sich seine Leckereien zum Frühstück einkaufen. Wer zudem noch feinen, frischen Käse zum Frühstück möchte, setzt sich kurz ins Auto und fährt zu der nahe gelegenen Caseifico von Antonio Tauro. Der Mozzarella und weitere Käsessorten werden vor den Augen der Kunden produziert. Das ist hier keine Touristenattraktion, sondern bodenständiger Alltag.

10 Uhr – Fasano mit seinen Palazzi erkunden

Fasano gilt als reiche Stadt, davon zeugen die unzähligen Palazzi.
Regierungsgebäude an der Piazza Ciaia in Fasano.

Fasano gilt als reiche Stadt, davon zeugen die unzähligen Palazzi.

Caroline Groszer
Einer der vielen Palazzi in Fasanos Innenstadt.
Palazzo in Fasano.

Einer der vielen Palazzi in Fasanos Innenstadt.

zvg
Und auch in Fasano vermietet die geschäftstüchtige Caroline Groszer eine Stadtwohnung – einen kleinen Palazzo.
Pallazina Alchimia.

Und auch in Fasano vermietet die geschäftstüchtige Caroline Groszer eine Stadtwohnung – einen kleinen Palazzo.

Caroline Groszer

Fasano strotzt nur so von Reichtum, ein Palazzo reiht sich an den nächsten. Die Strassen glänzen vom auf den Boden getropften Wachs katholischer Prozessionen. Familien ehemaliger Gutsherren lassen es sich hier auch heute noch gerne gut gehen. Doch im Sommer ist es im Städtchen ruhig. Denn die Wohlhabenden haben sich auf ihre Landsitze oder die Villen am Meer zurückgezogen.

Und hier am Hauptplatz von Fasano, an der Piazza Ciaia, kehrt Caroline Groszer gerne für ein kleines Frühstück im Caffè Bella Napoli ein. Zum Caffè gehört eine Konditorei. Der Besitzer Donato ist ein Freund von Caroline, er übernahm das Caffè bereits von seinem Vater. In der Konditorei beglücken seine Mutter und seine Schwester Gäste mit allerlei Backwaren. Aber auch abends ist das Caffè ein Treffpunkt – die Auswahl an Weinen und Champagnern soll hier auserlesen sein, schliesslich ist der Besitzer auch Sommelier.

13 Uhr – In Torre Canne auf Griechenland treffen

Für ein ungezwungenes Mittagessen geht Caroline Groszer gerne bei Fabrizio Santos im Il Santos vorbei. Er tischt in seiner Taverna griechische Kost auf. Seine Aufenthalte in seinem Ferienwohnsitz auf der Insel Korfu inspirierten ihn dazu. Das Tzatziki, die Souvlaki und Moussaka, aber auch der lokale Fisch, der Polpo oder die Pasta sind bestens. Dazu bietet der Gastgeber vor dem Restaurant auf einem zerklüfteten Felsen einen Beach Club mit Liegestühlen und Sonnenschirmen.

15 Uhr – Ausspannen im Beach Club Tamerici in Capitolo

Nach Städtetrip und feinem Essen entspannt es sich hier bestens.
Schaut doch nach Ferien aus …

Nach Städtetrip und feinem Essen entspannt es sich hier bestens.

Talea Collection
Hier ist nicht eine Liege an die nächste gereiht.
Privatsphäre.

Hier ist nicht eine Liege an die nächste gereiht.

Talea Collection
Sollte ein Hüngerchen aufkommen, bietet das Bistro des Tamerici Beach Club feine Pizzas und weitere Snacks.
Pizza & Co.

Sollte ein Hüngerchen aufkommen, bietet das Bistro des Tamerici Beach Club feine Pizzas und weitere Snacks.

Talea Collection

Beach Clubs gibt es an der Küste einige. Der Beach Club Tamerici hebt sich dadurch ab, dass er sehr gepflegt daherkommt und viel Privatsphäre und Ruhe bietet. Deshalb schickt Caroline Groszer ihre Gäste am liebten hierher.

18 Uhr – Etwas Luxus muss sein: Auf einen Apéro-Drink ins Saleblu …

Der grösste Luxus ist hier die Sicht aufs Meer.
Saleblu Lounge und Restaurant.

Der grösste Luxus ist hier die Sicht aufs Meer.

Talea Collection
Das Restaurant bietet feinsten Seafood – auch als Appetizers zu einem Drink.
Doch noch etwas Hunger?

Das Restaurant bietet feinsten Seafood – auch als Appetizers zu einem Drink.

Talea Collection

Gleich neben dem Beach Club Tamerici befindet sich das luxuriöse Hotel La Pescheria – wunderschön am Meer gelgen. Eine Übernachtung hier strapaziert das Budget doch ziemlich (800–1200 Euro pro Nacht), aber wer sich hier im Saleblu Lounge und Restaurant einen Apéro gönnt, kann die Wahnsinns-Lage am Meer genauso geniessen. Cheers!

20 Uhr – Fischschmaus in der Pescheria Due Mari in Savelletri

Den Tag lässt Caroline Groszer gerne in der Pescheria Due Mari mit Meersicht ausklingen. Das Restaurant liegt an einer belebten Strasse, direkt am Meer. Vor allem die Speisen mit rohem Fisch sind zu empfehlen. Dazu ein Gläschen Weisswein oder Champagner – was braucht man mehr …

Tag 3 – Ein fulminanter Abschluss

9 Uhr – Was für ein Strand, was für eine Stadt! Willkommen in Polignano a Mare …

Auf den Felsen die Altstadt, dazwischen eine Badebucht.
Polignano a Mare.

Auf den Felsen die Altstadt, dazwischen eine Badebucht.

zvg
Für einen Spaziergang durch die Stadt nutzt man die Morgen- oder Abendstunden, wenn es etwas kühler ist.
Stadtbummel.

Für einen Spaziergang durch die Stadt nutzt man die Morgen- oder Abendstunden, wenn es etwas kühler ist.

zvg
In Poligano a Mare stellt sie uns noch Peppino Campanella vor. Er vertreibt seine Lichtkunst aus Glas international. Ein Blick in sein Künstleratelier und Verkaufsraum lohnt sich. peppinocampanella.it
Lichtkünstler Peppino Campanella.

In Poligano a Mare stellt sie uns noch Peppino Campanella vor. Er vertreibt seine Lichtkunst aus Glas international. Ein Blick in sein Künstleratelier und Verkaufsraum lohnt sich. peppinocampanella.it

zvg

Ein Stadtbild, das begeistert! Und diese kleine Bucht dazwischen – schlicht der Wahnsinn. Hierher führt Caroline Groszer ihre Gäste gerne aus. Doch die uns gezeigten Städtchen Ostuni, Fasano und Polignano a Mare seien nur drei von einem Dutzend weiterer charmanter Altstädte der Region … ja, es sei schon so, am besten komme man zwei oder drei Wochen nach Apulien. Wir merken es uns vor.

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7 Kommentare
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Pheeb

23.08.2020, 09:36

Und wie heiss ist es im Sommer? Wohl zu heiss! Und die Badebucht sieht auch nicht wirklich entspannt aus...

Minou

22.08.2020, 11:24

Die Badebucht ist sehr überlaufen.

Legends

22.08.2020, 09:46

Mein wunderschönes Apulien.Ich vermisse es jeden Tag.