Car-Parkplatz unter Kantonsspital - 800 Meter langer Fussgängertunnel soll Luzerns Car-Problem lösen
Publiziert

Car-Parkplatz unter Kantonsspital800 Meter langer Fussgängertunnel soll Luzerns Car-Problem lösen

Cars versperren schon lange die schönsten Plätze Luzerns. Jetzt macht die IG Stadtpassage einen Vorschlag, wie man das Problem lösen könnte. Dabei soll ein 800 Meter langer Fussgängertunnel vom Luzerner Kantonsspital in die Altstadt führen. Das Projekt soll der Stadt gleich mehrere Vorteile bieten.

von
Cheyenne Wyss

Mit dem Projekt will die IG Stadtpassage nicht nur eine Lösung für das Car-Problem in der Stadt Luzern bieten, sondern auch «eine Stadt der kurzen Wege» schaffen.

IG Stadtpassage

Darum gehts

  • Beim Luzerner Kantonsspital soll ein unterirdisches Car-Parking entstehen, mit Platz für 30 bis 40 Cars.

  • Von dort sollen die Personen über einen rund 800 Meter langen unterirdischen Fussgängertunnel in die Altstadt gelangen.

  • Das Projekt Stadtpassage biete der Stadt Luzern und der Luzerner Bevölkerung gleich mehrere Vorteile: Die Innenstadt werde vom Car-Verkehr weitgehend befreit, und mehrere wichtige Plätze und Grünanlagen würden frei für andere Nutzungen, teilte die IG Stadtpassage mit.

Die IG Stadtpassage hat eine neue Idee, wie man das Car-Problem in Luzern lösen könnte: In den kommenden 15 Jahren sollen auf dem Areal des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) grosse Neubauten entstehen. Diese Gelegenheit solle man sich nicht entgehen lassen: Beim Kantonsspital solle ein unterirdischer Car-Parkplatz für 30 bis 40 Cars gebaut werden, ein 800 Meter langer Fussgängertunnel mit Rolltreppe dann die Besucher direkt in die Luzerner Altstadt bringen. «Damit eröffnen sich zeitlich einmalige Chancen zur Nutzung von baulichen Synergien», teilen die Projektinitianten der IG Stadtpassage mit.

Dabei soll die Zufahrt für die Cars über eine neue, unterirdische Zufahrt direkt ab der Sedelstrasse erfolgen. Diese Verbindung könne auch von Autos mitgenutzt werden. Damit werden die Spital-, die Sedel- und die Friedentalstrasse «spürbar» vom motorisierten Verkehr entlastet.

1 / 3
Ein Vorschlag der IG Stadtpassage will das Car-Problem in der Stadt Luzern lösen. Dafür soll eine Tiefgarage für 30 bis 40 Cars und ein 800 Meter langer Fussgängertunnel entstehen.

Ein Vorschlag der IG Stadtpassage will das Car-Problem in der Stadt Luzern lösen. Dafür soll eine Tiefgarage für 30 bis 40 Cars und ein 800 Meter langer Fussgängertunnel entstehen.

IG Stadtpassage
Vom Luzerner Kantonsspital bis in die Luzerner Altstadt könnte also schon bald eine Unterführung für Fussgänger, wie diese hier (Bild) in Andermatt, führen. 

Vom Luzerner Kantonsspital bis in die Luzerner Altstadt könnte also schon bald eine Unterführung für Fussgänger, wie diese hier (Bild) in Andermatt, führen.

IG Stadtpassage
Dabei sei eine zusätzliche Passage für Veloverkehr technisch ebenso machbar.

Dabei sei eine zusätzliche Passage für Veloverkehr technisch ebenso machbar.

IG Stadtpassage

«Direkte, sichere und komfortable Fussverbindung»

Von der neuen Parkierungsanlage sollen die Gäste mit der neuen rund 800 Meter lange Stadtpassage zu Fuss «direkt ins Herz der Altstadt» gelangen. Für eine Verkürzung der Gehzeit und einen optimalen Komfort sollen moderne Rollsteige zur Verfügung stehen, wie sie von Flughäfen und Messearealen bereits bekannt seien. Auch für Einheimische und für Besuchende und Mitarbeitende des Luzerner Kantonsspitals könnte die Stadtpassage attraktiv sein, teilen die Initianten mit. «Sie schafft eine direkte, sichere und komfortable Fussverbindung an die Spitalstrasse» so die IG Stadtpassage.

Ein weiterer wichtiger Effekt sei zudem, dass die Altstadt durch die Nähe zum Kantonsspital als Wohnquartier für Mitarbeitende des LUKS attraktiver und die Altstadt vitalisiert werden könnte. Das Projekt biete noch mehr Vorteile: «Die Innenstadt würde vom Car-Verkehr weitgehend befreit, und mehrere wichtige Plätze und Grünanlagen würden frei für andere Nutzungen werden», meinen die Initianten. All dies fördere «eine Stadt der kurzen Wege». Dabei könnte auch die Fernwärme über die neue Stadtpassage in die Altstadt geführt werden.

Kosten von bis zu 90 Millionen Franken

Das Projekt lasse sich aber noch weiterentwickeln. Weitere Zugänge, etwa eine Fussgängerverbindung ins Friedental oder eine vertikale Erschliessung des Bramberg-Quartiers, seien denkbar. «Eine zusätzliche Passage für den Veloverkehr ist technisch ebenso machbar wie eine zusätzliche Nutzung der Car-Parkplätze während der Nacht, zum Beispiel als Einstellhalle für andere Fahrzeuge.» Noch sei das alles ein Projekt. Aber man könne bereits heute die Kosten relativ genau abschätzen. «Alles in allem, das heisst mit allen Bauelementen inbegriffen, werden sich die Kosten auf 70, maximal 90 Millionen belaufen», sagt Bruno Affentranger, einer der Initianten, gegenüber 20 Minuten.

Die Projektidee «Stadtpassage» sei dem Luzerner Stadtrat bereits bekannt. Den Lead aber habe eine externe Firma, die Gruner AG in Basel. Diese werde alle Ideen, die in den letzten Jahren zu diesem Thema aufgetaucht seien, nochmals vertiefend analysieren und bis Ende des Jahres konkrete Massnahmen vorschlagen. Dass die Zeit dränge, sei den Initianten bewusst: «Das Zeitfenster, das die Bautätigkeiten im Spitalbereich einmalig öffnen, macht eine straffe Planung ab 2023 notwendig. Spätestens 2024 muss diese konkretisiert und abgeschlossen sein». Die IG Stadtpassage rechnet damit, dass das Vorhaben teilweise bereits im Jahr 2026 in die Realisierungsphase gelangen könnte. Sämtliche Planungsschritte müssen dabei parallel und koordiniert mit jenen des Kantonsspitals ausgeführt werden.

Informationen zur IG Stadtpassage

Der Verein IG Stadtpassage wurde im März 2021 gegründet und hat seinen Sitz in der Stadt Luzern. Der politisch unabhängige Verein privater Initianten verfolgt als Vereinszweck die Planung und Projektierung der Car-Parkierung auf dem Areal des Luzerner Kantonsspitals und der neuen Fussverbindung in die Luzerner Altstadt. Der Vorstand der IG Stadtpassage besteht aus Roger Sonderegger (Präsident), Mark Imhof (Raumentwicklung und Architektur), Thomas Gasser (Felstechnik und Geologie), Bruno Affentranger (Kommunikation) und Pius Jenni (Vertretung Luzerner Kantonsspital LUKS).

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

64 Kommentare