Casinos: Attacke auf privates Pokern
Aktualisiert

Casinos: Attacke auf privates Pokern

In der Schweizer
Pokergemeinde brodelt
es: Die Casinos reichten
Beschwerde gegen die
Legalisierung von
privaten Turnieren
ein. Es gehe ihnen um
die Erhaltung von
Pfründen, wird kritisiert.

Im Dezember 2007 hat die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) private Pokerturniere legalisiert – der Jubel in der Szene war riesig. Pokern galt fortan nicht mehr als reines Glücks-, sondern auch als Geschicklichkeitsspiel – der Weg für private Anlässe in Kellern und Gemeinschaftsräumen war geebnet.

Den Casinos hat der Entscheid offenbar missfallen. Der Schweizer Casinoverband hat Beschwerde gegen die Neuerung durch die ESBK eingereicht. «Wenn ausserhalb der Casinos um Geld gepokert wird, ist die Kontrolle gegen Spielsucht nicht mehr gewährleistet», sagt Marc Friedrich, Geschäftsführer des Verbandes.

Claudia Chinello von PokerAcademy.ch, einem Organisator von Poker-Events, widerspricht dem. «Das Argument ist vorgeschoben.» In Wirklichkeit würden sich die Spielbanken vor einem Umsatzverlust fürchten, weil Pokerfreunde nicht mehr auf die Casinos angewiesen sind und kleinere Spielanlässe aufsuchen.

Die Beschwerde liegt nun beim Bundesverwaltungsgericht – ein Entscheid steht noch aus.

Reza Rafi

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