SVP-Präsident  Chiesa – Schwere Vorwürfe – «Cassis hat unsere Neutralität aufgegeben»

Publiziert

SVP-Präsident  ChiesaSchwere Vorwürfe – «Cassis hat unsere Neutralität aufgegeben»

SVP-Präsident Marco Chiesa ist unzufrieden mit Bundespräsident Cassis. Er habe unsere Neutralität zerstört, findet der Tessiner. Das werde er ihm in Tessiner-Dialekt mitteilen. 

1 / 5
SVP-Präsident Marco Chiesa ist unzufrieden mit Bundespräsident Cassis.

SVP-Präsident Marco Chiesa ist unzufrieden mit Bundespräsident Cassis.

20min/Taddeo Cerletti
Er habe die Neutralität der Schweiz verletzt. 

Er habe die Neutralität der Schweiz verletzt. 

20min/Simon Glauser
Cassis an der Ukraine-Kundgebung in Bern. 

Cassis an der Ukraine-Kundgebung in Bern. 

AFP

Darum gehts

  • SVP-Präsident Marco Chiesa erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundesrat Ignazio Cassis. 

  • Er habe die Neutralität der Schweiz verletzt. 

  • Auch äussert sich Chiesa zu Martullo-Blochers Verbot gegenüber ihren Angestellten, das Wort «Krieg» zu verwenden. 

SVP-Präsident Marco Chiesa verurteilt den Krieg gegen die Ukraine in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» als eine «brutale Aggression gegen einen souveränen Staat». Trotzdem findet er, dass die Schweiz hätte neutral bleiben müssen und erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundespräsident Ignazio Cassis. Er sei enttäuscht von ihm. «Ich werde ihm das auch noch in Tessiner-Dialekt sagen», so der Tessiner.

«Die Schweiz sei ein neutrales Land, keine Kriegspartei», sagt Chiesa. «Er hat mit der Übernahme der Sanktionen unsere Neutralität aufgegeben. Wir stehen jetzt auf der russischen Liste der feindlichen Staaten. Und dass er an dieser Demonstration auf dem Bundesplatz aufgetreten ist – unmöglich! Ein Riesenfehler!»

Mit Sanktionen sei noch kein Krieg beendet worden. Sondern nur mit Verhandlungen, bei denen alle Parteien am Tisch sitzen könnten. Auch fürchtet der SVP-Präsident um den Ruf der Schweiz im Ausland, dort gebe es fette Schlagzeilen, die Schweiz habe ihre Neutralität aufgegeben. Cassis würde dies nicht ausreichend richtigstellen.

Neutralität gehöre zur Sicherheit

Die Neutralität gehöre zur Sicherheit der Schweiz, ist Chiesa überzeugt. Zudem empfände er es als Schweizer als Schmach, dass sich jetzt die Türkei für eine vermittelnde Rolle anbiete und nicht wir.

Auf SVP-Vizepräsidentin Martullo-Blocher angesprochen, die ihre Angestellten in der Ems-Chemie angewiesen hat, das Wort «Krieg» zu vermeiden, sagt Chiesa: «Es geht darum, die Mitarbeitenden in Russland zu schützen. Wer dort von Krieg spricht, kann politisch verfolgt werden.»

Auch stört Chiesa sich daran, dass Medien bei SVP-Angehörigen, die den Krieg analysierten, eine Nähe zu Putin konstruieren würden. Den Nationalräten Roger Köppel oder Andreas Glarner sei es bei ihren vergangenen Statements bloss um eine Einschätzung gegangen, so der SVP-Präsident weiter. 

(lea)

Deine Meinung

201 Kommentare