29.12.2017 00:56

Bundesrat räumt auf

Cassis löscht 90 Prozent seiner Tweets

Aus 580 Kurznachrichten wurden 43: Der Tessiner Ignazio Cassis hat auf Twitter die Löschtaste betätigt.

von
roy
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Aus 580 Tweets wurden plötzlich 43 Kurznachrichten: Der Twitter-Auftritt von Bundesrat Cassis. (29. Dezember 2017)

Aus 580 Tweets wurden plötzlich 43 Kurznachrichten: Der Twitter-Auftritt von Bundesrat Cassis. (29. Dezember 2017)

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Nach seinem Twitter-Account will der im Herbst gewählte Bundesrat auch jenen auf Facebook säubern.

Nach seinem Twitter-Account will der im Herbst gewählte Bundesrat auch jenen auf Facebook säubern.

Keystone/Peter Klaunzer
Gestikuliert vor den Medien: Der neu gewählte Bundesrat Ignazio Cassis spricht an der Medienkonferenz in Bern (12.30 Uhr). (20. September 2017)

Gestikuliert vor den Medien: Der neu gewählte Bundesrat Ignazio Cassis spricht an der Medienkonferenz in Bern (12.30 Uhr). (20. September 2017)

Keystone/Peter Klaunzer

Bundesrat Ignazio Cassis hat sein Profil in den sozialen Medien aufpoliert: Der Aussenminister liess hunderte Twitter-Nachrichten aus seiner Zeit vor der Wahl in die Regierung von seinem Kurznachrichtendienst-Konto entfernen - auch politische Äusserungen etwa zur EU.

Wie der «Tages-Anzeiger» am Donnerstagabend unter Berufung auf die Cache-Funktion von Google berichtete, zählte Cassis' Twitter-Konto @ignaziocassis am 17. Dezember 2017 noch 580 Kurznachrichten. Nach der Säuberungsaktion waren es am Donnerstag nur noch deren 43. Über 90 Prozent verschwanden.

«Brexit, Grexit, Quitaly oder Endenemark? AdiEU everybody!»

Cassis trat Twitter im März 2011 bei. Gemäss Angaben der Webseite Politwoops, die gelöschte Tweets von Politikern archiviert, wurden seitdem mehrere hundert Kurznachrichten vom Konto gelöscht. Einige davon waren zuvor während mehreren Jahren einzusehen.

Unter den entfernten Äusserungen ist etwa ein Tweet vom Juni 2016 nach dem Austrittsentscheid Grossbritanniens aus der EU. Im Wortspiel erklärte der damalige Tessiner FDP-Nationalrat: «Brexit, Grexit, Quitaly oder Endenemark? AdiEU everybody!». Seit Anfang November ist Cassis Schweizer Aussenminister. Zu seinen wichtigsten und umstrittensten Aufgaben zählt dabei das EU-Dossier.

Reset-Knopf auch auf Facebook-Account

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) erklärt die Säuberungsaktion gegenüber dem «Tages-Anzeiger» damit, dass Cassis entschied, seine Social-Media-Konten als offizielle Konten des Departementsvorstehers weiterzuführen. Dessen Konto wurde in ein offizielles Bundesratskonto umgeändert.

Die Tweets aus der Zeit vor der Wahl in den Bundesrat hätten nichts mit seiner jetzigen Funktion zu tun, liess das EDA verlauten. Auch der Facebook-Auftritt von Cassis soll demnach noch bereinigt werden. (roy/sda)

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