New York: Cassis trifft Iran-Präsident Raisi und spricht Tod von Mahsa Amini (22) an

Aktualisiert

New YorkCassis trifft Iran-Präsident Raisi und spricht Tod von Mahsa Amini (22) an

Bundespräsident Ignazio Cassis weilt anlässlich der UN-Vollversammlung in New York. Dort traf er unter anderem den erzkonservativen iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi.

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Bundespräsident Cassis bei seinem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi.

Bundespräsident Cassis bei seinem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi.

Twitter/Ignaziocassis
Cassis habe auch seine Besorgnis über den Tod von Masha Amini ausgedrückt und die Einhaltung der Menschenrechte gefordert, schreibt der Bundespräsident auf Twitter.

Cassis habe auch seine Besorgnis über den Tod von Masha Amini ausgedrückt und die Einhaltung der Menschenrechte gefordert, schreibt der Bundespräsident auf Twitter.

Twitter/@ignaziocassis
Die Polizei und auch die Regierung des erzkonservativen Präsidenten Raisi sind aufgrund des Todes der Frau und der landesweiten Entrüstung in Erklärungsnot geraten.

Die Polizei und auch die Regierung des erzkonservativen Präsidenten Raisi sind aufgrund des Todes der Frau und der landesweiten Entrüstung in Erklärungsnot geraten.

IMAGO/ZUMA Wire

Darum gehts

  • Bundespräsident Cassis hat Iran-Präsident Raisi seine Besorgnis über den Tod von Mahsa Amini ausgedrückt.

  • Die 22-Jährige war nach ihrer Verhaftung durch die Religionspolizei ins Koma gefallen und verstorben.

  • Frauen im Iran verbrannten aus Solidarität öffentlich ihre Kopftücher.

Bundespräsident Ignazio Cassis hat am Rande der UN-Vollversammlung in New York den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi getroffen. Im Mittelpunkt des Treffens seien die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Iran, das Schutzmachtmandat der Schweiz und der Erhalt des Iran-Atomabkommens gestanden. «Ich drückte auch meine Besorgnis über den Tod von Mahsa Amini aus und forderte die Einhaltung der Menschenrechte», teilt Cassis auf Twitter mit. 



Die 22-jährige Amini war am vergangenen Dienstag von der Sitten- und Religionspolizei wegen ihres «unislamischen Outfits» festgenommen worden. Was genau danach geschah, ist unklar, jedenfalls fiel Amini ins Koma und starb am Freitag in einem Spital. Nach Polizeiangaben hatte die junge Frau Herzprobleme und war auf der Wache in Ohnmacht gefallen.

Die 22-jährige Mahsa Amini brach nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei auf dem Revier zusammen. 

Dailymotion/Euronews

Iranische Regierung steht unter Druck

Im Netz kursierte jedoch auch eine andere Version. Nach der Verhaftung sei ihr Kopf im Polizeiauto gegen die Scheibe geschlagen worden, was zu einer Hirnblutung geführt habe. Die Polizei wies diese Darstellung vehement zurück. Ein Foto der jungen Frau auf ihrem Krankenbett, angeschlossen an ein Beatmungsgerät, ging um die Welt.

Die Polizei und auch die Regierung des erzkonservativen Präsidenten Raisi sind aufgrund des Todes der Frau und der landesweiten Entrüstung in Erklärungsnot geraten. Zur Empörung über den Fall Amini kommt die seit langem miserable Wirtschaftslage hinzu, viele Menschen bekommen die Krise in ihrem Alltag hart zu spüren. «Es gibt keine dunklere Farbe als schwarz», beschrieb ein Demonstrant in Teheran seine akute Hoffnungslosigkeit.

Frauen verbrennen ihre Kopftücher

Frauen verbrannten aus Solidarität mit Amini öffentlich ihre Kopftücher, auch in anderen Städten der Islamischen Republik sowie in Aminis Heimatprovinz Kurdistan gingen etliche Menschen auf die Strasse. Dabei kam es Medienberichten zufolge zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten.

An mehreren Orten riefen die Teilnehmer der Proteste: «Wir fürchten uns nicht, wir sind alle zusammen» – eine Parole, die vor allem während der Demonstrationen nach der umstrittenen Präsidentenwahl 2009 populär geworden war. 

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(DPA/job)

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