Aktualisiert 28.11.2011 03:27

Castor-Transport

Castor-Transport erreicht Umladestation

Nach verschiedenen Verzögerungen durch Ankettungen kam heute Morgen der Atommüll-Transporter in Dannerberg an. Dort wird der hochradioaktive Abfall auf Lastwagen geladen.

von
bee

Der Atommüll-Transport aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins Zwischenlager Gorleben ist am frühen Montagmorgen um 4.00 Uhr an der Umladestation in Dannenberg angekommen. Dort werden die elf Castor-Behälter auf Tieflader umgehoben, auf denen sie dann die letzten etwa 20 Strassenkilometer nach Gorleben zurücklegen.

Nach einer mehrstündigen Blockade von Atomkraftgegnern im niedersächsischen Hitzacker hatte der Castor-Zug wieder freie Fahrt. Die Strecke war gegen 3.30 Uhr geräumt, wie die Polizei in der Nacht zum Montag bestätigte. Hunderte Demonstranten wurden von den Schienen geholt. Vier Aktivisten der «Bäuerlichen Notgemeinschaft», die mit einer Beton-Pyramide die Strecke versperrten, gaben ihren Widerstand nach Verhandlungen mit der Polizei auf.

Die Aktivisten der «Bäuerlichen Notgemeinschaft» hatten auf der eingleisigen Strecke von Lüneburg nach Dannenberg ein Beton-Konstrukt platziert, durch das sich wiederum eine Verstrebung aus Stahl zog. Die Arme der vier Castor-Gegner steckten darin fest, wie dapd-Reporter vor Ort berichteten.

Die Polizei verzichtete zunächst darauf, die etwa einen Meter hohe Pyramide gewaltsam zu öffnen. Nach längeren Verhandlungen gaben die Umweltschützer schliesslich auf. Damit sollte eine Eskalation der Situation vermieden werden, hiess es in einer vor Ort verlesenen Erklärung der Aktivisten.

Eine Sitzblockade mit rund 1.000 Aktivisten in unmittelbarer Nähe von der Beton-Pyramide wurde ebenfalls geräumt. Zudem musste die Polizei noch einen Aktivisten von den Gleisen lösen, der sich mit einem Rohr festgekettet hatte. Dazu wurden die Schienen durchtrennt und danach wieder repariert, wie die Polizei berichtete.

Castor legt letzte Kilometer zur Verladestation zurück

Unterdessen legt der Castor-Transporter in langsamer Fahrt die letzten Kilometer zur Verladestation Dannenberg zurück. Dabei wird er immer wieder von Demonstranten aufgehalten. Die eingleisige Strecke bis zur Verladestation Dannenberg gilt als Hochburg der Castor-Gegner.

Die Polizei hatte in der Nacht zuvor bei Harlingen bereits eine Besetzung der Gleise beendet, an der sich nach jüngsten Angaben der Polizei etwa 3.500 Umweltschützer beteiligt hatten. Mehr als 1.000 von ihnen seien nicht freiwillig aufgestanden und wurden in einem abgesperrten Bereich unter freien Himmel in Gewahrsam genommen. Erst am Sonntagnachmittag, wurden sie von der Polizei wieder entlassen.

Auch Strassen werden blockiert

Auch nach der Verladung der hoch radioaktiven Fracht auf Spezial-Lkw in Dannenberg, für die rund 15 Stunden veranschlagt werden, drohen dem Transport weitere Hindernisse. An einer Strassenblockade vor dem Zwischenlager Gorleben formierten sich am Sonntagabend rund 800 Demonstranten.

Auch an anderen Stellen kam es zu Blockaden. An der Ortseinfahrt zu Metzingen wurde eine Barrikade aus brennenden Autoreifen errichtet. In der Ortschaft gerieten schon in den vergangen drei Tagen Einsatzkräfte der Polizei und Demonstranten gewaltsam aneinander.

Castor 2011 braucht so lange wie kein anderer

Derweil überschritt der Castor-Zug die bisherige Höchstdauer beim Transport des Atommülls aus der Wiederaufarbeitungsanlage im französischen La Hague ins niedersächsische Gorleben. Am Sonntagabend um 21.00 Uhr war er bereits mehr als 100 Stunden unterwegs. Der Transport im bisherigen «Rekordjahr» 2010 für die Gesamtstrecke hatte 92 Stunden gebraucht. Der Einsatz wird in Deutschland von etwa 19.000 Polizisten und Zehntausenden Atomkraftgegnern begleitet. Der Zug war am Mittwochnachmittag in La Hague gestartet.

(Quelle: YouTube/euronews) (bee/dapd)

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