Geldsegen dank Cannabis: CBD-Hanf-Steuer bringt dem Bund 25 Millionen

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Geldsegen dank CannabisCBD-Hanf-Steuer bringt dem Bund 25 Millionen

Cannabis mit dem Wirkstoff Cannabidiol wird immer beliebter und soll dem Staat viel Steuereinnahmen bescheeren. Doch für Raucher wirkt das Produkt wenig berrauschend.

von
foa
CBD-Gras ist ein Verkaufshit, die Läden schiessen derzeit wie Pilze aus dem Boden.

CBD-Gras ist ein Verkaufshit, die Läden schiessen derzeit wie Pilze aus dem Boden.

Stevan Bukvic / CUSTOM IMAGES

Die eidgenössische Zollverwaltung rechnet damit, dass Schweizer Läden jährlich für 100 Millionen Franken Cannabis mit dem Wirkstoff Cannabidiol verkaufen. Das zeigen Recherchen der «SonntagsZeitung» und von «Le Matin Dimanche». Damit werden Cannabisraucher für Steuereinnahmen von rund 25 Millionen Franken sorgen, denn Produkte, die zum Rauchen verwendet werden können, sind abgabepflichtig.

Hanf mit Cannabidiol wirkt wenig berauschend und ist darum legal, aber tabaksteuerpflichtig. Der Handel boomt. Nicolas Perez, der Gründer der Online­plattform CBDlivraison sagt: «Es melden sich jeden Tag Läden, Kioske und Apotheken, die unsere Produkte verkaufen wollen.» Kürzlich habe ­sogar eine Private-Equity-Firma Interesse an einer ­Beteiligung am Unternehmen gezeigt.

Auch bei Kings's Castle, einem auf ­Tabakprodukte spezialisierten Grossisten, laufen die ­Geschäfte rund. Seit November nimmt der Umsatz mit legalem Cannabis jeden Monat um 10 bis 30 Prozent zu.

Polizei zweifelt

Aber weil Hanf mit dem Wirkstoff Cannabidiol kaum berauschend wirkt, glaubt Olivier Guéniat, Chef der Kriminalpolizei Neuenburg, nicht, dass legaler Hanf den illegalen ersetzen wird. Die Konsumenten wollten den berauschenden Effekt von THC. «Kann man sich vorstellen, dass Traubensaft Wein ersetzt? Meiner Meinung nach sind die Auswirkungen auf den Schwarzmarkt praktisch null», so Guéniat zu «SonntagsZeitung» und spricht von einem «komplementären Angebot».

Für die Polizei stellt sich deshalb laut den Zeitungen immer mehr das Problem, dass legaler vom illegalen Hanf praktisch nicht zu unterscheiden ist.

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