Deutschland: CDU siegt an Rhein und Ruhr
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DeutschlandCDU siegt an Rhein und Ruhr

Trotz deutlicher Verluste hat die CDU bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen ihre Position als stärkste Partei verteidigt. Die SPD steckt dagegen im historischen Tief, konnte aber wichtige Oberbürgermeisterposten an Rhein und Ruhr zurückerobern.

Nach Hochrechnungen des Westdeutschen Rundfunks kam die Union landesweit auf rund 39,1 Prozent der Stimmen. Die SPD erzielte 30 Prozent. Die Grünen erhielten 11,5 Prozent, die FDP 9,2 Prozent und die Linke 4,3 Prozent.

Die grössten Verluste musste mit einem Minus von 4,3 Prozentpunkten die Union hinnehmen. Auch die SPD büsste 1,7 Prozentpunkte ein und erzielte damit das bislang schlechteste Ergebnis bei Kommunalwahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland. Gewinner waren die kleinen Parteien. Die Grünen legten um 1,2 Prozent zu, die FDP um 2,4 Prozent und die Linke um 2,9 Prozent.

SPD-Erfolge in Köln und Dortmund

Doch in den Grossstädten an Rhein und Ruhr konnte die SPD an alte Erfolge anknüpfen. In Köln eroberte der gemeinsame Kandidat von SPD und Grünen, Jürgen Roters (SPD), nach zehn Jahren CDU-Herrschaft den prestigeträchtigen Posten des Stadtoberhauptes für die Sozialdemokraten zurück. Schon eine halbe Stunde nach der Schliessung der Wahllokale erkannte der unterlegene CDU-Kandidat, der frühere Berliner Finanzsenator Peter Kurth, den Sieg seines Rivalen an.

Auch im Essener Rathaus beendete SPD-Kandidat Reinhard Pass die zehnjährige CDU-Ära. In Dortmund verteidigte SPD-Kandidat Ulrich Sierau die Vorherrschaft der Sozialdemokraten in der Ruhr-Metropole.

Die CDU wertete ihr Abschneiden trotz der Einbussen als Erfolg. Der CDU-Landesvorsitzende, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, sagte, die Union habe sich als «grosse gestaltende kommunalpolitische Kraft in Nordrhein-Westfalen» behauptet. Verglichen mit dem bundesweiten Trend habe die Partei sich gut behauptet.

Auch die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft zog eine positive Bilanz. «In einer schwierigen Lage haben wir uns behauptet», sagte sie in Düsseldorf. «Die beiden grössten Städte in Nordrhein-Westfalen haben wieder SPD-Bürgermeister.»

Der FDP-Landesvorsitzende Andreas Pinkwart sprach vom grössten Kommunalwahlerfolg für die nordrhein-westfälischen Liberalen seit 1964. (dapd)

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