Aktualisiert 10.06.2009 12:30

Fall SternCécile B. ist vor dem Richter

Der Prozess gegen die Französin Cécile B., der die Ermordung des Bankiers Edouard Stern vorgeworfen wird, hat in Genf begonnen. Die geständige Mörderin sitzt der Ex-Frau und den Kindern des Opfers gegenüber – und zeigt keine Regung.

Beatrice David-Weill, die ehemalige Ehefrau des ermordeten Financiers, und ihre Kinder, die 24-jährige Mathilde und der 22-jährige Louis, machten ihre Aussage hinter verschlossenen Türen, «aus Respekt für ihre Trauer und ihren Schmerz».

Die Angeklagte betrat den Gerichtssaal sehr unauffällig und leise. Die 40-Jährige trug eine graue Hose und eine blaue Bluse. Ihre blonden Haare hat sie nach hinten zusammengebunden; sie trägt kein Make-up. Die Fragen beantwortet sie mit einer fast unhörbar leisen Stimme. Bei der Verlesung der Anklagepunkte zeigt sie keine Regung.

Witwe darf nicht dabei sein

Ab und zu wendet sich B. an ihre Anwälte, Alec Reymond und Pascal Maurer, die hinter ihr sitzen. Direkt hinter ihnen sitzen die Kinder des Opfers. Die ehemalige Ehefrau des Bankiers, anfänglich dabei, musste aber dann den Saal verlassen, weil sie nicht zur Zivilpartei gehört. Ihre Abwesenheit brachte die älteste Tochter Mathilde zum Weinen. Ihr Bruder, der seinem Vater erstaunlich ähnlich sieht, musste seine Schwester beruhigen.

Mit vier Schüssen ermordet

Der 50-jährige Stern war am 1. März 2005 gefesselt und nur mit einem Latex-Anzug bekleidet tot in seiner Wohnung im Genfer Stadtzentrum aufgefunden worden. Er war am Abend zuvor offenbar während sadomasochistischer Sexspiele durch vier Schüsse aus einer Faustfeuerwaffe umgebracht worden. Das Opfer figurierte auf der Liste der reichsten Franzosen auf Platz 38, war eine bekannte Figur in der internationalen Hochfinanz und der ehemalige Schwiegersohn von Michel David-Weill, dem Mann an der Spitze der französischen Investmentbank Lazard (20 Minuten Online berichtete).

(kle)

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