Ceneri-Basistunnel könnte 55 Millionen billiger sein
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Ceneri-Basistunnel könnte 55 Millionen billiger sein

Die 174 Millionen Franken Mehrkosten für den Ceneri- Basistunnel können nur um 35 bis 55 Millionen reduziert werden. Dies hat die Kompensationsplanung des Bundesamtes für Verkehr (BAV) ergeben. Gespart wird am Baustandard.

Vor anderthalb Jahren hat der Bundesrat den Vollausbau des Ceneri mit zwei Röhren beschlossen und eine erste Tranche von 1,3 Milliarden der auf über 2 Milliarden geschätzten Gesamtkosten aus dem NEAT-Gesamtkredit freigegeben. Seither stiegen die erwarteten Kosten um 174 Millionen.

In der Folge sistierte der Verwaltungsrat der AlpTransit Gotthard AG (ATG) auf Intervention des BAV das Bauprojekt und leitete eine vertiefte Kompensationsplanung ein. Parallel zur Planung der ATG untersuchte auch das BAV das Bauprojekt und später auch die Kompensationsvorschläge der ATG.

Bei der Kompensationsplanung wurden 47 Massnahmen geprüft. Wie das BAV am Dienstag mitteilte, kam es zum Schluss, dass eine vollständige Kompensation der Mehrkosten nicht möglich ist, ohne unverantwortbare Einbussen in der Sicherheit, der Funktionalität oder der Nutzungsdauer des Bauwerks in Kauf zu nehmen.

Insgesamt können mit den getroffenen Massnahmen zwischen 35 und 55 Millionen Franken eingespart werden. Das BAV hat die ATG beauftragt, die beschlossenen Kompensationen umzusetzen und die Projektierung und Realisierung des Ceneri-Basistunnels weiterzuführen.

Tunnel mit zwei Röhren

Basis der Realisierung des Ceneri bleibt der Bundesratsbeschluss, den Tunnel mit zwei Röhren ohne Etappierung auszubauen. Reduziert werden der Baustandard und die Betonqualität im Sondier- und Fensterstollen Sigirino und im Tunnel bei günstigen geologischen Verhältnissen.

Festgehalten wird am Sicherheitsstandard mit Ereignislüftung und Abstand der die beiden Röhren verbindenden Querschläge von 325 Metern. Festgehalten wird auch an den Anschlussbauwerken für eine spätere Fortsetzung der NEAT in Nord- und Südrichtung mit unveränderter Linienführung in Vigana/Camorino sowie dem Verzweigungsbauwerk Saré.

Nicht zufrieden mit der Kompensationsplanung ist Otto Laubacher, Präsident der NEAT-Aufsichtsdelegation der eidgenössischen Räte (NAD). «Ziel hätte sein müssen, den grössten Teil der 174 Millionen Franken Mehrkosten wegzubringen», sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Kostentreibend sei hauptsächlich der Entscheid, zwei Röhren in den Berg zu bohren. So lange es im Gotthard-Strassentunnel Gegenverkehr gebe, sei ein Bahntunnel mit einer Röhre noch lange gerechtfertigt. Die Schweizer Sicherheitsstandards seien in dieser Beziehung für Bahntunnels viel zu hoch.

Der Luzerner SVP-Nationalrat betonte indessen, es handele sich um seinen persönlichen Standpunkt. Die Kosten für den Ceneri-Basistunnel seien an der nächsten Sitzung der NAD am Donnerstag und Freitag traktandiert. (sda)

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