Aktualisiert 15.04.2010 17:56

Bern

Centralweg: Nach den Besetzern die Velokuriere

Das Tauziehen ums Brachland in der Lorraine hat ein Ende. Jetzt steht fest: Ein Veloladen und die Anwohner dürfen das Areal nutzen.

von
Nina Jecker
Velokuriere testen schon mal ihren künftigen Standort. (Bild: nj)

Velokuriere testen schon mal ihren künftigen Standort. (Bild: nj)

Nur eine Woche lang hatten die Stadttauben im März mit ihren Wohnwagen das Areal am Cent­ralweg besetzt. Doch der Aufenthalt der alternativen Wohngruppe zeigte Wirkung: Ruckzuck hat die Stadt über die von Anwohnern und Politikern geforderte Zwischennutzung entschieden. «Es gab zwar schon vorher Projekte für die brachliegende Fläche, aber die Besetzer waren der Katalysator», gibt Marcel Mischler, stv. Leiter der städtischen Liegenschaftsverwaltung, zu.

Die Würfel sind nun zugunsten des Velokurierladens gefallen, der auf dem Areal für zwei Jahre ein Provisorium einrichten darf. «Wir sind sehr erleichtert, da wir bald aus den jetzigen Räumen rausmüssen», so Michel Tobler. Wann das sechsköpfige Team mit rund hundert Velos zügeln wird, ist aber noch unklar.

Der Rest der Brache wird schon ab Mai den Anwohnern überlassen. «Spielen, velofahren, Feste feiern, picknicken – alles ist möglich», so Martin Beutler vom Verein Brachland, der im Auftrag der Stadt Bern eine Studie durchgeführt hat. 2012 fahren dann aber die Bagger auf – entstehen soll eine Wohnsiedlung.

Stadttauben: Platz soll her

Stadtrat Jimy Hofer (parteilos) fordert von der Stadt, dass sie innerhalb zweier Jahre ein fixes Gelände für alternative Wohn­formen wie die Stadttauben, die Stadtnomaden oder die Gruppe Zaffaraya finden und zur Verfügung stellen soll. Falls das in dieser Zeitspanne nicht möglich sei, müsse man alle illegalen Siedlungen räumen und dürfe sie künftig nicht mehr dulden.

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